Kirchen ermutigen an Ostersonntag zu Frieden und Zuversicht

"Die Menschen dürfen auf Zukunft hoffen"

In ihren Predigten an Ostersonntag haben Vertreter der Kirchen dazu aufgerufen, die christliche Hoffnung wachzuhalten. Ostern zeige, dass Gott den Menschen niemals aufgebe. Kardinal Woelki rief dazu auf, Boten des Friedens zu werden.

Das erste Wort Jesu nach seiner Auferstehung war "Friede". "Ostern geht es um den Frieden der Welt", verkündete Rainer Maria Kardinal Woelki in seiner Predigt am Ostersonntag im Kölner Dom. 

Inmitten von Not, Tod und Kriegen seien Christinnen und Christen zum Fest des Lebens und des Friedens eingeladen. Der Kölner Erzbischof erinnerte an das Leiden der Menschen in der Ukraine, im Libanon, in Israel, in Palästina, in Gaza, im Iran, den Golfstaaten und vielen weiteren Ländern. Diese Kriege hätten Auswirkungen auf die ganze Welt. 

"In dieser Situation ist das Ostergeschehen von höchster Aktualität", bekräftigte Woelki. Das erste Wort, das der Auferstandene an seine Jünger gerichtet habe, sei "Friede". Die Auferstehung sei damit der Sieg des Friedens in der Menschheitsgeschichte. Sie sei somit auch ein Aufruf, am Frieden mitzuwirken - auch, wenn kein "umfassender Friedenssieg" in Aussicht stehe. Denn das sei auch zu Jesu Zeiten nicht der Fall gewesen. 

Woelki erinnerte in diesem Zusammenhang an die Worte Jesu aus dem Johannesevangelium: "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht." Kurz danach sei auch Jesus umgebracht haben, so dass sein Einsatz für den Frieden zunächst erfolglos schien: "Der Tod hatte das Leben überwunden. Jetzt gab es nur noch den Weg zum Grab." 

Doch mit Ostern habe Gott in die Geschichte eingegriffen, er habe Jesus auferweckt und damit der ganzen Welt einen neuen Anfang geschenkt. Ob dieser Ostersieg nun auch von allen Menschen mitgefeiert werde, hänge von jeder und jedem Einzelnen ab. "Der Osterfriede ist ein Geschenk, das man empfangen oder aber ablehnen kann. Die Osterbotschaft ist eine Friedensproklamation, aber kein Friedensdiktat", stellte Woelki in seiner Predigt fest. 


Bischof Wilmer: Gegenentwurf zu Angst und Tod

Heiner Wilmer, Bischof von Hildesheim und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, wird im St.-Paulus-Dom als designierter Bischof von Münster vorgestellt / © Rolf Vennenbernd (dpa)
Heiner Wilmer, Bischof von Hildesheim und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, wird im St.-Paulus-Dom als designierter Bischof von Münster vorgestellt / © Rolf Vennenbernd ( dpa )

Die christliche Hoffnung auf Auferstehung ist laut dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, ein Gegenentwurf zu Angst, Leid und Tod. "Christus ist auferstanden - deshalb fällt kein Leben aus Gottes Hand", sagte der Hildesheimer Bischof laut Redemanuskript in seiner Osterpredigt.

Ostern beginne nicht mit Gewissheit oder Erklärungen, sondern mit einem Weg im Dunkeln. Viele Menschen erlebten heute Situationen von Krankheit, Sorge oder innerer Leere und stellten Fragen nach Sinn und Gottes Nähe. Anknüpfend an die biblische Figur Maria von Magdala, die das leere Grab Jesu entdeckte, hob Wilmer hervor, dass der Glaube nicht sofortige Antworten liefere. Entscheidend sei vielmehr das Aushalten schwieriger Situationen.

Bischof Bätzing: Hoffnung und Heiterkeit 

Bischof Georg Bätzing in Würzburg (dpa)
Bischof Georg Bätzing in Würzburg / ( dpa )

Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat in seiner Osterbotschaft die Menschen zu Heiterkeit ermutigt. "Es ist doch gerade dieses Fest, mit dem sich gläubige Menschen innerlich wappnen gegen die vereinnahmende Kraft des Faktischen: Sie ist bislang nicht untergegangen, diese Welt", sagte Bätzing laut Redemanuskript in seiner Osterpredigt. Die Menschen dürften auf Zukunft hoffen, auf Frieden und Gerechtigkeit.

"Heiterkeit ist kein oberflächlicher Spaß, schon gar nicht auf Kosten anderer", so Bätzing. "Heiterkeit hat etwas sehr Tröstliches, gerade wenn sie in Verbindung mit dem Ernst des Lebens steht, wenn sie damit umgeht und zeigt, wie man ihm entkommen kann. Denn heiter genommen wird der Ernst des Lebens erst genießbar." Der Bischof zitierte aus der Bibel: "Die Weisheit ist freundlich, heiter ist sie, das weiß schon das Alte Testament, Dummheit und Bosheit dagegen treten mit verbissenem Ernst auf."

Bischof Dieser: Duell zwischen Tod und Leben 

Helmut Dieser, Bischof von Aachen / © Julia Steinbrecht (KNA)
Helmut Dieser, Bischof von Aachen / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Der Aachener Bischof Helmut Dieser beschreibt die Osterbotschaft als das "unbegreifliche Duell" zwischen Tod und Leben. "Der Tod und das Leben kämpften einen unbegreiflichen Zweikampf", sagte Dieser am Sonntag im Ostergottesdienst im Hohen Dom zu Aachen. Genau in diesem österlichen Paradox liege der Kern des christlichen Glaubens.

Dieser befasste sich mit der Frage, was den Menschen trägt angesichts des Todes. Ostern gehe über das Fragen zwischen Angst und Hoffnung, Endlichkeit und Verheißung hinaus, sagte er laut Redetext. Ostern bezeuge nicht nur, dass "noch etwas kommen könnte", sondern dass Christus wirklich den Tod überwunden habe. Der christliche Glaube lasse den Menschen nicht im Ungewissen, sondern rufe ihn in die Gewissheit hinein, dass der Tod nicht das letzte Wort behält.

Bischof Bentz: Geistliches Empowerment

Erzbischof Udo Markus Bentz predigt (Archivbild) / © Harald Oppitz (KNA)
Erzbischof Udo Markus Bentz predigt (Archivbild) / © Harald Oppitz ( KNA )

Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz versteht Ostern als ein "geistliches Empowerment zum Leben". Ostern bedeute, "dass mit den Tatsachen der Welt, des Hier und Jetzt, noch nicht alles abgetan ist", sagte Bentz am Sonntag in einem Pontifikalamt im Paderborner Dom. Ostern bestreite dem Tod das letzte Wort und das letzte Recht: "Es gibt über den Tod hinaus eine Hoffnung auf letztgültige Wahrheit und Aufrichtigkeit."

Die Auferstehung Jesu schenke die Kraft und den Mut, selbst aufzustehen und nicht am Boden der Enttäuschung und der Frustration liegenzubleiben, betonte der katholische Theologe. Inmitten von Krisen sei das Leben zu entdecken, es entstehe eine Lust am Leben statt Angst vor dem Tod. Ein Leben mit dem Auferstandenen schaffe Neues, Freiheit und echtes Leben.

Bischof Krämer: Glaube zeigt sich in Taten

Dr. Klaus Krämer, Bischof von Rottenburg-Stuttgart. / © Jens Kramer (Diözese Rottenburg-Stuttgart)

Der Rottenburger Bischof Klaus Krämer sieht vor allem in Taten ein Zeugnis des christlichen Glaubens. Schon im Urchristentum habe das Lebenszeugnis der Apostel und der ersten Christinnen und Christen die damaligen Zeitgenossen fasziniert, sagte Krämer am Ostersonntag im Rottenburger Dom laut Predigtmanuskript. 

Kennzeichnend für die ersten Christen sei eine Entschiedenheit ihrer Taten und eine innere Stärke und Sicherheit gewesen, die sich von nichts habe beirren lassen und Anfeindungen mutig entgegentreten sei. Dieses Lebenszeugnis habe andere Menschen auch immer wieder irritiert. Auch heute gebe der Glaube Menschen Kraft, gegen den Strom zu schwimmen und sich für Frieden und Gewaltlosigkeit stark zu machen, sagte der Bischof. Auch dort, wo sie dafür angefeindet und selbst zu Opfern brutaler Machtausübung würden. 

Erzbischof Burger: Handeln gegen Leid

Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg / © Harald Oppitz (KNA)
Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg / © Harald Oppitz ( KNA )

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat zu Ostern grundlegende Erschütterungen und Zerstörungen des politischen und sozialen Miteinanders kritisiert. Die Spannungen zwischen Europa und den USA sowie die Kriege in Nahost und in der Ukraine zeigten, dass bislang verlässliche Bündnisse auseinanderzubrechen drohten, sagte Burger im Freiburger Münster. Ein gemeinsamer Wertekanon gehe verloren. An seine Stelle trete das rücksichtslose Durchsetzen von Einzel- und nationalstaatlichen Interessen, beobachtet Burger. Wichtig sei jetzt, dieser "zerbrochenen Welt, der Welt der Katastrophen und Irrtümer" etwas Positives entgegenzusetzen, forderte der Bischof. Vom Leid der Menschen in Krisen- und Kriegsregionen dürfe sich niemand gleichgültig abwenden. 

Bischof Ackermann: Menschen mit Frieden erfüllen

Bischof Stephan Ackermann / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bischof Stephan Ackermann / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Ostern kann nach den Worten des Trierer Bischofs Stephan Ackermann Menschen mit einem Frieden erfüllen, der sie verwandelt. Das sei der Fall, wenn ein Frieden erlebt werde, der mehr sei als das Ergebnis menschlicher Anstrengung oder der Versöhnung ermögliche, sagte Ackermann laut Redetext am Ostersonntag in Trier.

Osterberichte seien exemplarische Erzählungen, "die uns die Augen dafür öffnen wollen, wie Menschen den Auferstandenen erleben können". Ackermann rief die Gottesdienstgemeinde auf, dafür zu beten und mitzuhelfen, "dass die diesjährige Osterzeit nicht einfach vorbeigeht, sondern ihre Wirkung entfalten kann in den Herzen der Menschen". Das könne die Welt "wahrhaftig brauchen".

Bistum Eichstätt: Ostern verleiht Zuversicht

Dompropst Alfred Rottler, Diözesanadministrator von Eichstätt, spricht bei einem Festgottesdienst zur Verabschiedung von Gregor Maria Hanke als Bischof von Eichstätt, am 6. Juli 2025 im Eichstätter Dom in Eichstätt. / © Christopher Beschnitt (KNA)
Dompropst Alfred Rottler, Diözesanadministrator von Eichstätt, spricht bei einem Festgottesdienst zur Verabschiedung von Gregor Maria Hanke als Bischof von Eichstätt, am 6. Juli 2025 im Eichstätter Dom in Eichstätt. / © Christopher Beschnitt ( KNA )

Der Übergangsleiter des Bistums Eichstätt, Alfred Rottler, sieht in der Osterbotschaft einen Trost in der aktuell unsicheren Weltlage. Diese mache vielen Menschen Angst, sagte Rottler laut seiner Pressestelle am Ostersonntag im Eichstätter Dom. Die Osterbotschaft aber könne Zuversicht verleihen. In ihr stecke eine ungemein große und tiefe Hoffnung. Quelle dieser Hoffnung sei Jesus, der Auferstandene. "Er kennt immer noch Perspektiven, wo unsere Möglichkeiten schon längst am Ende sind."

Rottler verglich Menschen, die heute mit bangen Blicken in die Zukunft schauen, mit den Jüngern Jesu von einst nach dem Karfreitag. Diese seien "total am Boden" gewesen, sie hätten schließlich ihre ganze Hoffnung auf Jesus gesetzt, sagte der Diözesanadministrator. "Und da hinein trifft die Botschaft der Auferstehung", fügte Rottler hinzu. Diese sei zu neuartig, zu ungeheuerlich, zu unbegreiflich gewesen, als dass sie die Frauen und die Jünger, die Jesu gefolgt sind, sofort hätten glauben können. Doch schließlich seien die Zweifel gewichen und hätten Überzeugung und Mut Platz gemacht

Bischof Neymeyr: Für Schwache da sein

Bischof Ulrich Neymeyr / © Hendrik Schmidt (dpa)
Bischof Ulrich Neymeyr / © Hendrik Schmidt ( dpa )

Ostern ist nach Ansicht des katholischen Erfurter Bischofs Ulrich Neymeyr ein Motivationsschub zum Einsatz für Benachteiligte. "Wer Ostern ernst nimmt, wird die Würde eines jeden Menschen wahren. Er wird gegen die Selbstgenügsamkeit den entscheidenden Schritt tun und für Benachteiligte, Alte, Behinderte, Ausgegrenzte und Schwache Partei ergreifen", sagte er in seiner Osterbotschaft.

Das Ostergeheimnis sei, dass die Liebe stärker sei als der Tod. Wer Ostern ernst nehme, werde das Leben vom Anfang bis zum Ende schützen. "Ein österlicher Mensch kann nicht anders, als der Versuchung zu widerstehen, die Hände in den Schoß zu legen und auf bessere Verhältnisse zu hoffen. Er wird aktiv in den drängenden Fragen der Zeit."

Erzbischof Gössl: Osterglaube wichtig

Erzbischof Herwig Gössl / © Katharina Gebauer (KNA)
Erzbischof Herwig Gössl / © Katharina Gebauer ( KNA )

Nach Worten des Bamberger Erzbischofs Herwig Gössl lässt sich die Auferstehung Jesu weder beweisen noch widerlegen. Entscheidend sei vielmehr das Zeugnis der Gläubigen, sagte Gössl laut Mitteilung des Erzbistums an Ostern im Bamberger Dom: "Es gibt die Erfahrung, dass der Glaube an Jesus Christus neue Wege eröffnet." Nach Jesu Kreuzigung seien seine Anhänger wie gelähmt gewesen, ihre Hoffnungen seien zerbrochen, so der Erzbischof. Doch bald danach hätten sie dessen Auferstehung verkündet.

Bis heute schöpften Menschen daraus Kraft, sagte Gössl. "Menschen voller Osterglauben sind Menschen der Bewegung, Menschen voller Zuversicht und Hoffnung." Sie seien in der Lage, Ängste zu überwinden und Verzeihung zu schenken. Gerade angesichts globaler Krisen komme ihnen besondere Bedeutung zu: "Menschen voller Osterglauben sind für unsere kriegszerfressene, hasserfüllte Welt so unendlich wichtig." Das Fest zeige, dass Gott die Welt und den Menschen niemals aufgebe.

Ratsvorsitzende Fehrs: Ostern "machtvollste Hoffnungsgeschichte"

Kirsten Fehrs predigt im Gottesdienst bei der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland / © Stephan Wallocha (epd)
Kirsten Fehrs predigt im Gottesdienst bei der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland / © Stephan Wallocha ( epd )

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, sieht in der Osterbotschaft trotz wachsender Verunsicherung durch Krisen und Kriege eine elementare Quelle von Hoffnung und Halt. "Die Abgründe der Welt sind nicht die ganze Wirklichkeit. Darin liegt die Kraft von Ostern", betonte die Theologin in ihrer bereits vor dem Fest veröffentlichten
Osterbotschaft. Die Botschaft der Auferstehung Jesu Christi sei "eine der machtvollsten Hoffnungsgeschichten, die wir kennen".

"Not und Leid haben nicht das letzte Wort", unterstrich die EKD-Ratsvorsitzende und Hamburger Bischöfin. "Mich berührt in diesem Jahr besonders, wie widerständig und kraftvoll dieser Osterruf ist: Die Zuversicht, dass das Leben siegt, inmitten all der Kriege und des Elends dieser Tage."

Bischof Kopp: Welt braucht das Osterfest

Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, Christian Kopp / © Heike Lyding (epd)
Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, Christian Kopp / © Heike Lyding ( epd )

"Gerade weil jetzt Ostern ist und ich an Gottes Machtwechsel glaube, gilt: Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein. Never ever", sagte der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp. Und doch fühle er sich hilflos. "Die Mächtigen machen, was sie wollen: nehmen sich Land, verdienen Millionen mit ihrem Insiderwissen und Spekulationen, pfeifen auf Völkerrecht und Menschenleben und Würde."

Die Welt brauche das Osterfest mehr denn je. "Denn der Tod hat unsere Welt fest im Griff. Gewalttaten, Ängste, Zerstörung, Kriege", sagte der evangelische Theologe am Ostersonntag in seiner Predigt in der Münchner St. Matthäuskirche laut Manuskript. 

Quelle:
DR , epd , KNA

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