Katholische Gruppen fordern "mutige Reformen" der Kirche

Menschenkette und Reform-Appell

Katholische Gruppen wollen beim Katholikentag ein Zeichen setzen. Rund 30 Verbände, Betroffeneninitiativen und Reformgruppen fordern Veränderungen in Kirche und Gesellschaft. Ein Schwerpunkt ist Geschlechtergerechtigkeit.

Kiliansdom in Würzburg / © phaustov (shutterstock)

Vom Katholikentags-Leitwort "Habt Mut, steht auf!" inspiriert haben 30 katholische Organisationen einen Reform-Aufruf veröffentlicht. 

In einer verbreiteten Mitteilung von Montag heißt es, der Zusammenschluss habe kirchliche und gesellschaftliche Handlungsfelder formuliert, die das Leitwort konkret werden lassen. Damit wolle man auf die Herausforderungen und Umwälzungen in Kirche und Gesellschaft reagieren, die "mutige Reformen" erforderten.

In dem Aufruf heißt es: "Wir setzen uns ein für eine Kirche, die Teilhabe und Demokratie ernstnimmt." Dafür brauche es "Gleichberechtigung aller Geschlechter" und Synodalität. Weiter setzt sich der Zusammenschluss "für die dringend notwendige Erneuerung aller kirchlichen Dienst- und Leitungsstrukturen" ein, "damit lebendige Gemeinden glaubwürdig zum solidarischen Engagement befähigen können".

Menschenkette in Würzburg

Die Betroffeneninitiativen sexualisierter und geistlicher Gewalt, katholische Verbände und kirchliche Reformgruppen fordern konkret die Bekämpfung der Ursachen sexualisierter und geistlicher Gewalt sowie deren Vertuschung.

Eine Menschenkette für Geschlechtergerechtigkeit soll beim am Mittwoch in Würzburg beginnenden Katholikentag zwischen Kiliansdom und Augustinerkirche auf Reformanliegen aufmerksam machen (Freitag, 15 Uhr). Initiatoren sind unter anderem die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) und die Reforminitiative "Wir sind Kirche".

Katholikentag

Katholikentage sind mehrtägige Großveranstaltungen, bei denen sich die Kirche mit ihren Verbänden und Institutionen öffentlich präsentiert. Sie finden in der Regel alle zwei Jahre in wechselnden Städten statt. Oft kommt dazu auch politische Prominenz bis hin zum Bundespräsidenten und zum Bundeskanzler.

Schlussgottesdienst des 102. Katholikentags in Stuttgart  / © Harald Oppitz (KNA)
Schlussgottesdienst des 102. Katholikentags in Stuttgart / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA