Jerusalemer Patriarch weiht neuen Weihbischof für Jordanien

Auch in entfernten Regionen präsent sein

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa, hat den Palästinenser Jamal Boulos Sleiman Daibes in Bethlehem zum Weihbischof geweiht. Damit haben die römischen Katholiken in Jordanien wieder einen eigenen Bischof.

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa / © Andrea Krogmann (KNA)
Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa / © Andrea Krogmann ( KNA )

Daibes, 1964 in Zababdeh im nördlichen Westjordanland geboren, war bereits 2021 zum Patriarchalvikar für Jordanien ernannt worden.

Bischofsweihe gespendet

Am Samstag hatte Pizzaballa in Nazareth seinem Patriarchalvikar für Israel, Rafik Nahra, die Bischofsweihe gespendet. Nahra nahm jetzt als Co-Konsekrator an der Zeremonie in der Katharinenkirche von Bethlehem teil, gemeinsam mit William Shomali, dem Patriarchalvikar für Jerusalem und Palästina.

Rafic Nahra, ernannter Weihbischof für das Jerusalemer Patriarchat / © Andrea Krogmann (KNA)
Rafic Nahra, ernannter Weihbischof für das Jerusalemer Patriarchat / © Andrea Krogmann ( KNA )

Geistliche verschiedener katholischer Riten

An der zweieinhalbstündigen Feier in der Katharinenkirche, die zum Gebäudekomplex der Geburtskirche gehört, nahmen neben Geistlichen verschiedener katholischer Riten auch ökumenische Gäste teil. Zudem waren die zivilen Behörden und die Stadt Bethlehem mit hochrangigen Repräsentanten vertreten.

Auch in entfernten Regionen präsent sein

In seiner Predigt wies Patriarch Pizzaballa darauf hin, dass die Mehrheit der Gläubigen seiner Diözese in Jordanien lebe. Für diese Priester und Laien müsse der Bischof nicht nur in der Hauptstadt Amman sondern auch in entfernten Regionen des Landes präsent und ansprechbar sein, ihren Anliegen zuhören und sie in der Gesellschaft vertreten.

Er dürfe nicht nur auf Einladungen warten und sich auf gelegentliche Visiten zu Firmungen oder Kirchweihen beschränken.

Augenmerk auf Familien richten

Ein besonderes Augenmerk müsse der Patriarchalvikar auf die Familien richten, mit denen die Zukunft der kirchlichen Gemeinschaft auf dem Spiel stehe, mahnte der Patriarch. Wirtschaftliche Probleme und kulturelle Veränderungen hätten großen Einfluss auf deren Zukunft und erforderten die konkrete Präsenz der Kirche.

Sie müsse "aufbauen, einen, versöhnen und unterstützen". Von hoher Bedeutung sei auch der Einsatz der Kirche im Erziehungs- und Schulwesen. Das Patriarchat unterhalte zahlreiche Schulen in Jordanien, die eine wichtige Rolle für die Gesellschaft spielten.

Kurze Ansprache

In einer kurzen Ansprache dankte der neue Weihbischof dem Papst und dem Lateinischen Patriarchen für das Vertrauen. Nach seiner Priesterweise 1988 war Daibes zunächst als Seelsorger in Jordanien tätig, bevor er zum Weiterstudium nach Rom ging und 1999 an der Gregoriana-Universität in Dogmatik promoviert wurde.

Nach seiner Rückkehr in seine Diözese war er Professor am Priesterseminar von Beit Dschalla, Dekan an der Bethlehem University, Pfarrer in Ramallah, und wurde schließlich im Lateinischen Patriarchat für die katholischen Schulen zuständig.

Lateinisches Patriarchat von Jerusalem

Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem betreut die rund 60.000 bis 70.000 römisch-katholischen Christen im Heiligen Land. Seine Jurisdiktion erstreckt sich über das Staatsgebiet von Israel, Jordanien, Zypern und die Palästinensischen Gebiete. Die Ursprünge des Patriarchats liegen in der Zeit der Kreuzfahrer, die sich als "Lateiner" bezeichneten. Es erlosch jedoch mit dem Fall Akkos 1291. Im Jahr 1847 belebte Papst Pius IX. das Patriarchat neu.

Blick auf Jerusalem / © Kyrylo Glivin (shutterstock)
Quelle:
KNA