Diözesanpastoralrat ringt um Zukunft für Erzbistum

Intensive Debatte um Rückkehr von Kardinal Woelki

Der Diözesanpastoralrat hat am Freitag und Samstag über die Szenarien für das Erzbistum Köln nach der Rückkehr von Kardinal Rainer Maria Woelki diskutiert. Die Meinungen stießen deutlich aufeinander, wenn auch nicht unversöhnlich.

Rainer Maria Kardinal Woelki / © Reiner Diart (Erzbistum Köln)

In einer intensiven, teils kontrovers geführten Debatte hat der Diözesanpastoralrat (DPR) über die Szenarien für das Erzbistum Köln nach der Rückkehr von Kardinal Rainer Maria Woelki aus seiner geistlichen Auszeit diskutiert. Im wichtigsten Beratungsgremium des Erzbistums, in dem Kleriker wie haupt- und ehrenamtliche Laien mitwirken, wurden die unterschiedlichen Positionen deutlich, bei der Frage, wie es weitergehen kann nach der geistlichen Auszeit des Kölner Erzbischofs. Die Rückkehr ist für Aschermittwoch geplant.

Kein "Weiter so"

"Ich kann mir nicht vorstellen, wie das gehen soll", sagten mehrere Teilnehmer, unter anderem Gemeindereferentin Marianne Arndt: "Die Menschen stimmen mit den Füßen ab, die Austrittszahlen sind erschreckend." Anders Stephan Neuhoff: "Für viele Kritiker muss Woelki als "Sündenbock" herhalten, die von Rom eingeforderte Versöhnung kann aber nur gelingen, wenn auch die Kritiker des Kardinals bereit sind, ihren Beitrag zu leisten", sagte der engagierte Laie.

Einig war sich das Gremium, dass es ein "Weiter so" nicht geben dürfe und "klare Signale für einen Neuanfang" gesetzt werden müssten. Weihbischof Steinhäuser, der in der Zeit der Abwesenheit des Kardinals als Apostolischer Administrator das Erzbistum leitet, erhielt vom DPR ein Stimmungsbild zur Rückkehrfrage. Es erfolgte anonym, der Weihbischof sagte zu, das Ergebnis nach Rom zu übermitteln. Dort wird Steinhäuser in absehbarer Zeit über die Lage im Erzbistum Bericht erstatten.

Papst bescheinigte große Kommunikationsfehler

Kardinal Woelki hatte Mitte Oktober 2021 mit Zustimmung von Papst Franziskus eine viermonatige geistliche Auszeit angetreten. Der Papst hatte ihn in der Aufarbeitung des Missbrauchs vom Vorwurf der Vertuschung entlastet, aber große Fehler in seiner Kommunikation bemängelt. Der Erzbischof soll am 2. März 2022 in sein Amt zurückkehren. In der Zwischenzeit soll Steinhäuser nach dem Willen des Papstes einen Prozess der Erneuerung und Versöhnung einleiten.

Fortschritt im Zukunftsprozess

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft gelang dem DPR in Sachen künftiger Gestalt des Erzbistums. Der Rat einigte sich auf Eckpunkte des Prozesses, mit dem der Zuschnitt der künftigen pastoralen Einheiten gefunden werden soll. Der DPR würdigte dabei den partizipativen Ansatz des vorgeschlagenen Weges und sprach sich mit klarer Mehrheit dafür aus, dass die gewählten Gremien und andere Gruppen eine entscheidende Stimme im Beratungsweg bekommen. Ziel ist es, auf Basis von Vorschlägen aus dem Generalvikariat passende Zuschnitte für die künftigen pastoralen Einheiten zu finden. Insgesamt sollen so 50-60 neue Räume entstehen. Die Entscheidung zur rechtlichen Gestalt dieser Einheiten ist damit noch nicht verbunden.

Die Mitglieder lobten die intensive, zielorientiere Arbeitsatmosphäre im DPR, der am Freitag und Samstag im Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg tagte. Zustimmung erhielt der Apostolische Administrator für seine dialogorientierte Amtsführung und Kommunikation. Steinhäuser lobte seinerseits die "hohe Qualität" der Beratungen: "Wir sind in diesen Tagen gewachsen."

Tagung des Diözesanpastoralrats / © Heckeley (Erzbistum Köln)