Kölner Diözesanpastoralrat tagt nach Kölner Gutachten

Aufarbeitung muss weitergehen

Der Kölner Diözesanpastoralrat hat die jüngste Unabhängige Untersuchung zu sexualisierter Gewalt im Erzbistum Köln begrüßt. Das Gutachten sei ein wichtiger erster Schritt in der Aufarbeitung. Diese müsse nun weiter vorangehen.

Kardinal Woelki studiert das Gutachten (DR)
Kardinal Woelki studiert das Gutachten / ( DR )

Im Mittelpunkt der Sitzung des Kölner Diözesanpastoralrats standen die Ergebnisse der Unabhängigen Untersuchung zu sexualisierter Gewalt im Erzbistum Köln. Der Vorstellung des Gutachtens durch Prof. Dr. Björn Gercke folgte eine gemeinsame Aussprache im Beratungsgremium des Erzbischofs. Gutachter Gercke erläuterte die Inhalte und insbesondere die Vorgehensweise bei der Erstellung des Gutachtens.

Bei der Beantwortung der juristischen und kirchenrechtlichen Detailfragen wurde auch der Kirchenrechtler Dr. Stefan Korta mit eingeschaltet. Anschließend stellten sich die Gutachter den Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Woelki: "Wir brauchen das offene Gespräch"

Kardinal Rainer Maria Woelki nahm in einer persönlichen Stellungnahme Bezug auf die ersten konkreten personellen und strukturellen Konsequenzen und die Geschehnisse der letzten Wochen und kam darüber in einen Austausch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Er nahm dabei auch den schon im diesjährigen Fastenhirtenbrief zum Ausdruck gebrachten Wunsch wieder auf, bei all den Schwierigkeiten immer im Gespräch zu bleiben: "Wir können – und dürfen – die Risse, die da sind, nicht einfach überspringen oder zukitten. Wir brauchen das offene Gespräch und ein ehrliches Abwägen der Sachverhalte und Notwendigkeiten, bevor wir die Entscheidungen etwa zur Pfarreireform endgültig treffen."

Nächster Schritt sei Installation der Aufklärungskommission

Alle Beteiligten waren sich einig, dass das Gutachten nur ein erster Schritt und damit ein Mosaikstein im Prozess der Aufarbeitung sein kann – die Aufarbeitung müsse weitergehen. Dabei erklärten sich die Mitglieder des Diözesanpastoralrats bereit, an den Eckpunkten mitzuarbeiten und sich einzubringen.

Ein nächster sehr wichtiger Schritt sei die möglichst schnelle Installation der Aufklärungskommission, damit konkrete Aufträge zur weiteren Aufklärung vergeben werden können. Der Kölner Generalvikar Dr. Markus Hofmann erläuterte die Aufgaben und die interdisziplinäre Besetzung des Beraterstabes, der bis zur Errichtung der Aufklärungskommission die Umsetzung erster Schritte begleitet und überwacht.

Pastoraler Zukunftsweg pausiert

In der Aussprache wurden auch teils sehr unterschiedliche Einschätzungen über den Reformbedarf in der Kirche und im Erzbistum Köln zum Ausdruck gebracht, zu denen dringend weiterer Gesprächsbedarf bestehe.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde ein Ausblick auf die Arbeitsschritte beim Pastoralen Zukunftsweg gegeben. Generalvikar Dr. Markus Hofmann betonte zunächst, dass der Pastorale Zukunftsweg grundsätzlich pausiert. Die Arbeitsgruppe Pfarreistruktur hat zwischenzeitlich Arbeitsaufträge formuliert, deren Bearbeitung es möglich machen soll, einen Vergleich zwischen heutiger Pfarreistruktur, der "Pfarrei der Zukunft" und dem "dynamischen Sendungsraum" zu ermöglichen.

Zum Schluss dankte der Erzbischof den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die offenen Worte, das respektvolle Zuhören und die wertschätzenden Reaktionen. "Genau dies", so Kardinal Woelki, "sind die Voraussetzungen, um bei der Aufarbeitung und in der Zusammenarbeit bei den wichtigen Fragen voranzukommen".

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