Zwei neue Papstfilme bei Festivals

Hopkins, Law und Malkovich auf dem Stuhl Petri

Bei den Filmfestivals in Venedig und Telluride sind gleich zwei neue Papstfilme zu sehen: Die Serie "The New Pope" und die Netflix-Produktion "The Two Popes". Filmische Prominenz drängt sich auf dem Stuhl Petri.

Um Franziskus und Benedikt XVI. geht es in dem Film "Die zwei Päpste" / © Osservatore Romano (KNA)
Um Franziskus und Benedikt XVI. geht es in dem Film "Die zwei Päpste" / © Osservatore Romano ( KNA )

Die katholische Kirche und ihr Oberhaupt in Rom erfreuen sich in der Filmwelt zunehmender Aufmerksamkeit. Gleich zwei neue Papstfilme mit hochkarätigen Schauspielern feiern am Wochenende Premiere. Was beiden sehr unterschiedlichen Produktionen gemeinsam ist: Mit Anthony Hopkins, John Malkovich, Jude Law und Jonathan Pryce tummelt sich die erste Garde des Kinos auf dem Stuhl Petri.

Während beim Filmfestival in Venedig für den Sonntag die Uraufführung der Serien-Fortsetzung "The New Pope" von Paolo Sorrentino angesetzt ist, wird bereits an diesem Samstag beim US-Filmfestival Telluride (Colorado) erstmals das Drama "The Two Popes" des brasilianischen Regisseurs Fernando Meirelles gezeigt.

Kurz darauf, am 9. September, läuft der Film auch beim Toronto Film Festival (5.-15.9.) in Kanada und ist ab 20. Dezember beim Streamingdienst Netflix zu sehen. Eine Kinoauswertung ist angeblich ebenfalls geplant. Thema der Produktion "Die zwei Päpste" sind der Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. (2005-2013), die Wahl seines Nachfolgers Jorge Mario Bergoglio als Papst Franziskus im März 2013 und ihr gemeinsames Ringen um den Weg der Kirche.

Hinter den Mauern des Vatikan

Frustriert über die Ausrichtung der Kirche bittet Kardinal Bergoglio (Jonathan Pryce) Papst Benedikt XVI. (Anthony Hopkins) um Erlaubnis, sich von seinen Ämtern zurückziehen zu dürfen. Doch der selbst amtsmüde und in sich gekehrte deutsche Papst bestellt seinen härtesten Kritiker zu sich nach Rom, um ihm ein Geheimnis zu offenbaren, das die Grundfesten der katholischen Kirche erschüttern würde. Hinter den Mauern des Vatikan beginnt ein Kampf zwischen Tradition und Fortschritt, Schuld und Vergebung, während die beiden sehr unterschiedlichen Männer mit ihrer Vergangenheit konfrontiert werden.

Darin geht es um die Erfahrungen, die Joseph Ratzinger als 17-jähriger Soldat in den letzten Tagen des NS-Regimes und dann als junger Theologieprofessor gemacht hat. Dagegen ist Papst Franziskus durch die Militärdiktatur in Argentinien (1976-1983) und die Armut vieler Menschen in seinem Heimatland geprägt worden, wie der Film schildert. Dennoch versuchen beide, eine gemeinsame Basis zu finden, um für die katholische Kirche auf der ganzen Welt eine Zukunft zu gestalten.

In das Drehbuch von Anthony McCarten sollen auch die Aufzeichnungen eines anonymen Kardinals während des Konklaves 2005 eingeflossen sein, das mit der Wahl des Ratzinger-Papstes endete und bei dem Kardinal Bergoglio angeblich dessen härtester Konkurrent war. Eine Rolle spielt wohl auch, dass der langjährige Erzbischof von Buenos Aires beim Konklave 2013 Gerüchten zufolge lange gezögert haben soll, seine Wahl anzunehmen - sogar noch, als sich die Waagschale von den Kardinälen Peter Turkson (Ghana) und Angelo Scola (Italien) zu ihm hinbewegt habe.

"The New Pope" mit Johannes Paul III.

Die Dreharbeiten fanden unter anderem in Argentinien und Italien statt. Einen ersten Eindruck von "The Two Popes" bietet der soeben veröffentlichte Trailer des Films. In Venedig steht dann am Sonntag die Premiere der Fortsetzung "The New Pope" auf dem Programm, Nachfolger der Serie "Der junge Papst". Darin fällt Papst Pius XIII. (Jude Law) in ein Koma und wird durch den englischen Kardinal John Brannox (John Malkovich) ersetzt. Er wählt den Namen Johannes Paul III.

Der geflügelte Goldene Löwe, Symbol des Internationalen Filmfestspiele von Venedig / © Claudio Onorati (dpa)
Der geflügelte Goldene Löwe, Symbol des Internationalen Filmfestspiele von Venedig / © Claudio Onorati ( dpa )
Autor/in:
Josef Lederle
Quelle:
KNA
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