Katholiken und Orthodoxe sehen Kirchenjahr als Brücke zueinander

"Gemeinschaft im Glauben"

Die katholischen und orthodoxen Bischöfe in Deutschland wollen den Christen die Bedeutung des Kirchenjahres wieder näher bringen. Sie veröffentlichten deshalb gemeinsam eine Textsammlung zum Thema. Es gehe darum, Brücken zu bauen.

Bischof Feige und Metropolit Augoustinos (DR)
Bischof Feige und Metropolit Augoustinos / ( DR )

Die Textsammlung trägt den Titel "Kirchenjahr in der Tradition des Ostens und des Westens" und wurde von der Gemeinsamen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland veröffentlicht.

Die Dokumente wurden über einen Zeitraum von zehn Jahren erarbeitet. Sie befassen sich mit dem Sonntag als dem "Urfeiertag" der Christen, Ostern als dem Hauptfest der Kirche in Ost und West, Weihnachten als der Feier der Menschwerdung Gottes sowie mit weiteren Festen, die in der Glaubenspraxis und der Frömmigkeit von besonderer Bedeutung sind.

Für "wechselseitiges Verständnis"

Die beiden Vorsitzenden der Kommission, der orthodoxe Metropolit Augoustinos und der katholische Magdeburger Bischof Gerhard Feige, erklärten dazu, die Publikation hebe Gemeinsamkeiten hervor und betrachte Unterschiede zwischen den Glaubenstraditionen als Bereicherung. Es gebe zahlreiche "Brücken, die der gegenseitigen Wahrnehmung und dem wechselseitigen Verständnis dienen".

Feige erklärte: "Die vertraute Liturgie des Sonntags, von Weihnachten und Ostern sowie anderer Feste des Kirchenjahres kann identitätsstiftend sein, zumal sie immer auch die emotionale Seite des Menschen anspricht." Daher sei es wichtig, dass katholische und orthodoxe Christen gerade an diesem zentralen Punkt mehr voneinander wüssten.

Häufig ähnliche Feste am gleichen Tag

Augoustinos betonte, viele der beschriebenen Feste seien in beiden Traditionen verortet und würden häufig auch am gleichen Tag gefeiert. "Dies bewusst zu machen, kann dazu beitragen, dass orthodoxe und katholische Christen in Deutschland noch stärker die Gemeinschaft im Glauben erkennen und einander näher kommen".

Die Gemeinsame Kommission ist ein katholisch-orthodoxes Dialogforum, das sich mit theologischen Fragestellungen in pastoraler Perspektive auseinandersetzt. Sie kommt zweimal jährlich zusammen.

Quelle:
KNA