Franziskus erinnert erneut an überfüllte Gefängnisse

Gefahr einer Katastrophe

In seiner Frühmesse denkt der Papst besonders an überfüllte Gefängnisse. Er betet für die Häftlinge, die gedrängt auf engem Platz leben und unter großer Gefahr der Corona-Pandemie ausgesetzt sind. 

Symbolbild Gefängnis / © Jan Woitas (dpa)
Symbolbild Gefängnis / © Jan Woitas ( dpa )

Wo so viele Menschen eng gedrängt auf einem Platz lebten, bestehe bei dieser Pandemie die Gefahr, "dass sie in einer großen Katastrophe endet", sagte das Kirchenoberhaupt zu Beginn des Gottesdienstes in seiner Residenz Santa Marta. Zugleich bat er um das Gebet "für diejenigen, die hier Entscheidungen treffen müssen, dass sie einen richtigen und kreativen Weg finden, das Problem zu lösen".

Umgang mit den Armen der Gesellschaft

In seiner Predigt sprach der Papst über die Armen, die Opfer von Ungerechtigkeiten in der Weltwirtschaftspolitik. Dabei erinnerte er daran: "Am Ende unseres Lebens werden wir nach unserem Verhältnis zu den Armen beurteilt werden." Unter anderem kritisierte Franziskus einzelne "wohltätige oder humanitäre Organisationen", deren Mitarbeiterstab und Überbau so groß sei, dass "am Ende nur 40 Prozent bei den Armen ankommen", weil mit 60 Prozent der Zuwendungen "das Gehalt der Mitarbeiter" bezahlt werde.

An der Frühmesse nahmen, wie schon in den vergangenen Wochen, wegen der Ausgangs- und Kontaktsperre in Italien, keine Besucher teil. Der Gottesdienst wurde im Internet, in kirchlichen Fernsehsendern sowie im öffentlich-rechtlichen italienischen Fernsehen übertragen.

Fußwaschung im Gefängnis / © Osservatore Romano (KNA)
Fußwaschung im Gefängnis / © Osservatore Romano ( KNA )
Quelle:
KNA