Kardinal Hollerich bekommt Abraham-Geiger-Preis 

Für pluralistische Denkweise

Kardinal Jean-Claude Hollerich, der Vorsitzende der EU-Bischofskommission COMECE, erhält am 31. Januar 2022 den Abraham-Geiger-Preis der Universität Potsdam. Die Laudatio hält ein europäischer Staatspräsident.

Erzbischof Jean-Claude Kardinal Hollerich / © Sven Becker (KNA)
Erzbischof Jean-Claude Kardinal Hollerich / © Sven Becker ( KNA )

Der Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich um den Pluralismus verdient gemacht und sich für Mut und Toleranz eingesetzt haben. Die Preisverleihung ist in Berlin in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften geplant, die Laudatio hält der Staatspräsident von Portugal, Marcelo Rebelo de Sousa. Das teilte das Abraham Geiger Kolleg am Freitag in Potsdam mit.

"Was auf dem Spiel steht"

Der Luxemburger Kardinal wird mit den Worten zitiert: "In unserer pluralistischen Gesellschaft brauchen künftige Geistliche die Begegnung mit den anderen Religionen." Und: "Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, Freunde zu werden, miteinander und voneinander zu lernen, und uns selbst treu zu bleiben."

Am Abend der Preisverleihung will Akademie-Präsident Christoph Markschies den Angaben zufolge mit Hollerich über dessen für Januar geplantes Buch "Was auf dem Spiel steht. Die Zukunft des Christentums in einer säkularen Welt" sprechen. Darin erkläre er: "Hier geht es um viel mehr als um Dialog. Israel ist das auserwählte Volk. Und Gott ist treu. Und das bedeutet, Israel bleibt das auserwählte Volk."

Abraham-Geiger-Preis

Das Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam ist das erste Rabbinerseminar in Deutschland nach dem Holocaust. Der Preis würdigt demnach Persönlichkeiten, die sich um den Pluralismus verdient gemacht und sich für Offenheit, Mut, Toleranz und Gedankenfreiheit eingesetzt haben. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Sie erinnert an den großen Denker des liberalen Judentums, Abraham Geiger (1810-1874).

Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderen der Regisseur Christian Stückl, der israelische Schriftsteller Amos Oz, die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Theologe Hans Küng und Kardinal Karl Lehmann.

Quelle:
KNA
Mehr zum Thema