Kardinal beklagt Diskrepanz zwischen Werten und Realität

"Unmenschliche Bedingungen" für Migranten

Der Präsident der EU-Bischofskommission COMECE, Kardinal Jean-Claude Hollerich, hat "unmenschliche Bedingungen" für tausende Migranten an den Grenzen der EU beklagt. Hollerich äußerte sich dazu bei einer Migrantenwallfahrt nach Fatima.

Jean-Claude Kardinal Hollerich / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani (KNA)
Jean-Claude Kardinal Hollerich / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani ( KNA )

Die Diskrepanz zwischen den von Europa proklamierten Werten und der Realität europäischer Flüchtlingspolitik sei ein Grund, sich zu schämen, sagte Hollerich laut "Vatican News" bei der von ihm geleiteten Migrantenwallfahrt nach Fatima, die am Freitagabend zu Ende gegangen war.

Auch internationale Vereinbarungen würden nicht eingehalten, so die Kritik des Luxemburger Erzbischofs. Zugleich lobte Hollerich der Zeitung "Luxemburger Wort" zufolge, den Beitrag von Migranten und Geflüchteten zum wirtschaftlichen und kulturellen Reichtum der Aufnahmeländer.

Fatima ist der berühmteste Wallfahrtsort Portugals. Hier soll die Gottesmutter Maria ab 13. Mai 1917 mehrmals drei Kindern erschienen sein. Heute pilgern jährlich mehrere Millionen Menschen nach Fatima. Zum 100. Jahrestag 2017 besuchte auch Papst Franziskus den Wallfahrtsort.

Jean-Claude Hollerich

Kardinal Jean-Claude Hollerich ist seit 2011 Erzbischof im traditionell katholisch geprägten Luxemburg. Am 9. August 1958 im luxemburgischen Differdingen geboren, studierte er Ende der 70er Jahre in Rom Theologie. 1981 trat er in den Jesuitenorden ein und verbrachte in den 80er und 2000er Jahren jeweils mehrere Jahre in Tokio.


Jean-Claude Hollerich, Erzbischof von Luxemburg, / ©  Sven Becker (KNA)
Jean-Claude Hollerich, Erzbischof von Luxemburg, / © Sven Becker ( KNA )
Quelle:
KNA
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