Die Diakonie und Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) mahnen einen respektvollen Umgang im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt an. "Der Wahlkampf darf nicht zu einem Kulturkampf werden, gegen die Vielfalt unserer Gesellschaft", sagte der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Mitteldeutschland, Christoph Stolte, am Mittwochabend vor Journalisten in Halle.
Diakonie und Landeskirche beobachteten mit großer Sorge, dass die AfD die Gleichwertigkeit von Menschen infrage stelle, so Stolte. Das widerspreche dem Grundgesetz. "Da müssen wir uns in aller Deutlichkeit gegen wehren." Am 6. September ist in Sachsen-Anhalt Landtagswahl. Aktuell liegt die AfD in Umfragen mit rund 40 Prozent vorn. Der Landesverband ist als gesichert rechtsextrem eingestuft.
"Wir hoffen und beten, dass es nicht dazu kommt, dass die AfD nicht in die Regierung kommt. Das würde uns als Kirche auch ganz direkt treffen. Die Kirchenfeindschaft der AfD ist ja offenkundig", sagte Kramer. Er kündigte an, dass die evangelische und katholische Kirche im Vorfeld der Wahl auch gemeinsame Aktionen planten. "Wir fahren eine Doppelstrategie: Zum einen Gespräche ermöglichen, zum anderen auch klar Position beziehen", so der Landesbischof. Die EKM werde mit dem Slogan "Herz statt Hetze" flächendeckend für Respekt und menschenfreundlichen Umgang miteinander werben. Landeskirchenamts-Präsident Jan Lemke betonte erneut: "Die AfD ist für Christen nicht wählbar."
Positive Rückmeldung von Wahl 2024
Kramer erklärte, bei den Landtagswahlen 2024 in Thüringen habe es viele Stimmen, auch aus dem außerkirchlichen Bereich, gegeben, "die sehr deutlich und positiv dargestellt haben, dass wir als Kirche klar inhaltlich Farbe bekennen und uns auch öffentlich trauen zu sagen, wofür wir stehen". Das sei als ermutigend empfunden worden.