Bedford-Strohm will nicht wieder für EKD-Ratsvorsitz kandidieren

"Es ist gut, wenn jemand Neues rankommt"

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm will nicht wieder für den Ratsvorsitz der Evangelischen Kirche in Deutschland kandidieren. Er sei nicht amtsmüde, es sei aber gut, wenn neue Akzente gesetzt würden.

Heinrich Bedford-Strohm / © Michael McKee (EKD)
Heinrich Bedford-Strohm / © Michael McKee ( EKD )

"Ich werde dieses Amt auch im kommenden Jahr mit großer Lust und ganzer Kraft ausüben", sagte er am Donnerstag dem Bayerischen Rundfunk. Aber: "Es ist gut, wenn dann jemand Neues rankommt, neue Akzente setzt, neue Impulse gibt."

Bedford-Strohm steht seit 2014 an der Spitze der deutschen Protestanten. Im Jahr 2023 endet auch seine Amtszeit als bayerischer Landesbischof. Im Herbst 2021 wählt die Synode der Evangelischen Kirche einen neuen Rat und einen neuen Ratsvorsitzenden oder eine neue Ratsvorsitzende.

Einsatz in der Bewältigung der Corona-Krise

Er freue sich vor allem drauf, dass er nach seinem Rückzug von der Spitze der EKD dann "noch zwei Jahre habe, in denen ich meine ganze Kraft für die Bayerische Landeskirche einsetzen kann", sagte er dem BR. Grund für seinen Rückzug sei auch nicht die Kritik, teilweise auch der Hass, den ihm das Engagement für die Seenotrettung von Flüchtlingen eingebracht habe. "Man muss wissen, worauf man sich einlässt", sagte er. "Ich habe das gewusst. Und ich habe das gerne gemacht und werde das auch in diesem letzten Jahr noch gerne machen."

Im noch verbleibenden Jahr als Ratsvorsitzender will sich Bedford-Strohm vor allem die Bewältigung der Corona-Krise beschäftigen. Die Tagung des evangelischen Kirchenparlaments, der EKD Synode, in einer Woche, kann nur virtuell stattfinden. Trotz steigender Infektionszahlen spricht sich Bedford-Strohm gegen erneute Gottesdienst- und Versammlungsverbote aus. "Ich glaube, dass die Kirchen gezeigt haben, dass sie mit der Situation sehr verantwortungsvoll umzugehen wissen", sagte er.

Besonderes Engangement für Seenotrettung

Der aus einer Theologen-Familie stammende und in Memmingen geborene Bedford-Strohm steht für den Ansatz einer "öffentlichen Theologie" und hat sich in zahlreiche politische Debatten eingemischt. Besonders engagiert hat er sich in den vergangenen Jahren für die Seenotrettung im Mittelmeer.

Vor seiner Wahl zum Landesbischof 2011 war Bedford-Strohm seit 2004 Professor für Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen in Bamberg. Gastprofessuren führten ihn nach New York und Stellenbosch/Südafrika. Er ist verheiratet mit der aus den USA stammenden Psychotherapeutin Deborah Bedford, sie haben drei erwachsene Söhne.

Quelle:
KNA