Bedford-Strohm: Nicht an Hass gewöhnen

"Alternativen zur Empörungskultur"

Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, will sich nicht an Hass und Beleidigungen als Reaktion auf Äußerungen zu strittigen Themen gewöhnen. Er schlägt stattdessen Alternativen in der Kommuikation vor.

Symbolbild Hass im Internet / © Asiandelight (shutterstock)
Symbolbild Hass im Internet / © Asiandelight ( shutterstock )

Man dürfe nicht „einen Zustand als Normalität empfinden, der einfach nicht normal ist“, schreibt Bedford-Strohm im Magazin „chrismon“ (November-Ausgabe). „Sich anzugeifern statt einander zuzuhören, ist nicht die Art, wie wir in Zukunft miteinander kommunizieren sollten.“

Was braucht eine intakte Gesellschaft?

Es gebe "Alternativen zur Empörungskultur". Es gehe darum, "den anderen auch dann noch als Mensch zu sehen, wenn wir seine Positionen mit Entschiedenheit zurückweisen müssen". Das sei das Lebenselixier einer intakten Gesellschaft. "Wir können nicht darauf verzichten", betont der 60-jährige bayerische Landesbischof.

In Deutschland gebe es zwar noch nicht jene deutliche gesellschaftliche Polarisierung wie in den USA, „aber wir müssen auf der Hut sein“, mahnt Bedford-Strohm. Eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft, die sich in gegenseitigen Anklagen und Herabwürdigungen äußere, sei auch hierzulande zu spüren.

"Der Teufel wird Sie holen"

Als Beispiel zitiert er eine Zuschrift, die er selbst bekommen habe, als er sich zu einem kontroversen Thema positioniert habe.Darin heißt es: "Ich halte Sie für absolut charakterlos. Genießen Sie Ihre Zeit auf Erden. Ich denke, der Teufel wird Sie holen. Schönen Tag."

Heinrich Bedford-Strohm / © Harald Oppitz (KNA)
Heinrich Bedford-Strohm / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA