Erzbistum Köln beteiligt sich am Weltfamilientreffen

"Familien sind die Zukunft der Kirche"

An diesem Mittwoch beginnt das Weltfamilientreffen in Rom. Doch in diesem Jahr hat das Treffen eine völlig neue Form. Es soll erstmals als ein polyzentrisches Ereignis gefeiert werden. So beteiligt sich auch das Erzbistum Köln.

 Vater und Tochter  / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani (KNA)
Vater und Tochter / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani ( KNA )

DOMRADIO.DE: Beim Familientreffen stellt die Kirche die Familie ins Zentrum. Warum ist das so wichtig?

Ursula Pies-Brodesser (Referentin für Kinder- und Familienpastoral in der Hauptabteilung Seelsorge des Erzbistums Köln): Kinder und Familien sind die Zukunft der Kirche. Die deutschen Bischöfe haben das mal schön formuliert: "Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche". Es ist wirklich wichtig, dass dies auch beachtet wird.

Familie im Zentrum / © REDPIXEL.PL (shutterstock)

DOMRADIO.DE: Papst Franziskus hat gesagt, dass das Familientreffen zwar zentral in Rom stattfindet, aber alle Bistümer weltweit mit dabei sein sollen. Die sollen auch ihr eigenes Programm machen. Wie funktioniert das?

Pies-BrodesserDas ist ganz unterschiedlich. Die Bistümer in aller Welt haben verschiedene Veranstaltungen geplant und zwar zeitgleich mit dem großen Treffen in Rom. Der Vorteil dabei ist, dass Familien aus allen Kontinenten angesprochen werden, nicht nur die, die delegiert sind, sondern wirklich alle Familien.

DOMRADIO.DE: Gucken wir auf das, was in Köln passiert. Einer der Höhepunkte wird ein Familiengottesdienst am Sonntag in der Kinder-Kirche in Porz unter dem Motto "Mit Gott on Tour" sein. Wie kann man sich diesen Gottesdienst vorstellen?

Pies-Brodesser: Da werden Kinder und Familien zum Beispiel gefragt oder aufgefordert, ihren Koffer zu packen. Was nehmen wir mit in die Ferien? Worauf hoffen wir in den nächsten Wochen oder was lassen wir auch lieber zu Hause?

Anknüpfend an die Sommer- und Ferienzeit holen wir das Thema des Familientreffens, die Verbundenheit der Familien in die Situation der Kinder hinein.

Natürlich gibt es auch Lieder, die die Kinder kennen. Die Kinderkrippe ist ein Ort, der ganzjährig für Familien da ist. So ist das eigentlich eine ideale Voraussetzung, ein Familientreffen in Köln zu feiern.

DOMRADIO.DE: "Das Familientreffen kommt zu euch nach Hause", so haben Sie die Internetseiten zum Familientreffen überschrieben. Was genau meinen Sie?

Ursula Pies (Familienpastoral im Erzbistum Köln)

"Da gilt es, die Schätze der Familienliebe zu entdecken und zu unterstreichen, die es in jeder Familie gibt. "

Pies-Brodesser: Da gibt es die Möglichkeit, von Mittwoch bis Sonntag über Mail oder über einen Link Impulse zu bekommen, wenn man sich unter dem Thema "Familienliebe geht nicht ohne..." anmeldet. Das ist an jedem Tag was anderes. Da gilt es, die Schätze der Familienliebe zu entdecken und zu unterstreichen, die es in jeder Familie gibt. 

DOMRADIO.DE: Auf diesen Internetseiten haben Sie eine ganze Reihe von Materialien zur Verfügung gestellt. Zum Beispiel große Ausmalbilder kann sich jeder runterladen. Was sind das für Bilder?

Pies-Brodesser: Auf der Seite haben wir unter anderem ein Ausmalbild extra für das Familientreffen konzipiert, um so auch die Weltverbundenheit deutlich zu machen. Auf diesem Bild tanzen verschiedene Menschen, alt und jung, verschiedener Hautfarben ganz fröhlich auf der Erde. Da soll entdeckt werden, dass wir mit allen Familien weltweit verbunden sind, dass Familien überall unterwegs sind, mit Gott unterwegs sind, mit Gott on Tour.

Zu dem Ausmalbild gibt es zum Beispiel auch eine Katechese, die Gemeinden sich aneignen könnten oder ganz konkrete Anregungen für die Kinder und Familien.

DOMRADIO.DE: Dann haben Sie noch was ganz Besonderes, weil dieses Welt-Familientreffen-Wochenende mit den großen Ferien in Nordrhein-Westfalen zusammenfällt. Da kann man sich auch einen Reise-Segen runterladen. Wie funktioniert das?

Pies-Brodesser: Das ist ein Reise-Segen, der extra für Kinder und Jugendliche geschrieben wurde. Den kann zum Beispiel die Gemeinde nehmen und am Ende des Gottesdienstes allen Menschen zusprechen.

Das kann aber auch an der Schule am letzten Schultag passieren. Ich habe das zum Beispiel mit dem zweiten Schuljahr gemacht. Auf der einen Seite war das Ausmalbild und auf der anderen Seite der Reise-Segen, sodass sie den auch mit nach Hause nehmen konnten. Natürlich können sich Familienmitglieder das auch gegenseitig zusprechen.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

Weltfamilientreffen

Das katholische Weltfamilientreffen versteht sich als internationales Forum für Christen, Familienverbände und Experten. Die Großveranstaltung geht auf eine Initiative von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) zurück. Für Planung und Ausrichtung ist die vatikanische Familienbehörde gemeinsam mit dem gastgebenden Bistum verantwortlich.

Mehr Unterstützung für Familien / © SewCream (shutterstock)
Quelle:
DR