Deutscher Katholikentag macht Frieden zum Schwerpunkt

Keine Zukunft für Gewalt und Zerstörung

Der 103. Deutsche Katholikentag 2024 in Erfurt soll unter dem Leitwort "Zukunft hat der Mensch des Friedens" stehen. Der Hauptausschuss des Zentralkomitees der deutschen Katholiken stimmte in Berlin dem entsprechenden Vorschlag zu.

Irme Stetter-Karp / © Marijan Murat (dpa)
Irme Stetter-Karp / © Marijan Murat ( dpa )

 

Das ZdK als Veranstalter und das gastgebende Bistum Erfurt steigen damit in eine intensive Phase der Vorbereitung für das Treffen ein, das vom 29. Mai bis 2. Juni 2024 in der thüringischen Landeshauptstadt stattfindet.

Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist das höchste repräsentative Gremium des deutschen Laien-Katholizismus. Es vertritt die katholischen Laien bei der gesellschaftlichen Meinungsbildung und ist das von der Bischofskonferenz anerkannte Organ zur Koordinierung des Laienengagements in der Kirche. Allerdings melden sich immer wieder auch einige katholische Laien und Vereinigungen zu Wort, die das ZdK nicht als ihre Vertretung verstehen.

Kreuz und Logo des ZdK / © Harald Oppitz (KNA)
Kreuz und Logo des ZdK / © Harald Oppitz ( KNA )

Die Katholikentagsleitung will mit dem biblischen Psalmvers 37 daran erinnern, dass Frieden heute eine zentrale Herausforderung sei und einer Haltung der Offenheit und Redlichkeit bedürfe. Die Zdk-Präsidentin und Vorsitzende der Katholikentagsleitung, Irme Stetter-Karp, erklärte: "Der Krieg in der Ukraine hat uns mitten in Europa kalt erwischt." Das Leitwort mahne, dass mit Gewalt und Zerstörung keine Zukunft zu gewinnen sei.

Sie erinnerte daran, dass kriegerische Auseinandersetzungen weltweit zu Hungersnöten, Energiekrisen und Massenflucht führten. Christen seien aufgerufen, Frieden zu stiften - zwischen den Generationen, in den Familien, in einer vielschichtigen Gesellschaft - und auch den Frieden zwischen Mensch und Natur.

Neymeyr betont Bedeutung von Psalm 37

Der Erfurter katholische Bischof Ulrich Neymeyr betonte, Psalm 37 beschreibe sehr realistisch, dass Eigennutz, Gewalt und Ungerechtigkeit unter Menschen schnell die Oberhand behielten. "Der Psalm weiß um die Erfahrung, dass Gerechte und Unschuldige oft den Kürzeren ziehen." Gerade deshalb provoziere die Bibelstelle zum Nachdenken darüber, ob Friede tatsächlich einen Weg in die Zukunft eröffne.

ZdK-Generalsekretär Marc Frings betonte, der Auftrag, Frieden zu stiften, gehöre auch zur Debatte um kirchliche Reformen in Deutschland und auf Ebene der Weltkirche. In Erfurt, wo Kirchenmitglieder in der Minderheit seien, gehe es aber auch darum, dass Christen in die Gesellschaft hineinwirkten und zum Dialog bereit seien.

Quelle:
KNA