ZdK erwartet von Bischöfen Klarheit beim Thema Sexualethik

Appell vor Vollversammlung

Eine "Klarstellung" der Deutschen Bischofskonferenz zum Respekt vor queeren Menschen erwartet das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. "Das Präsidium des ZdK steht klar an der Seite der queeren Menschen", heißt es.

Ernüchterung nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses auf der Synodalversammlung / © Max von Lachner (SW)
Ernüchterung nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses auf der Synodalversammlung / © Max von Lachner ( SW )

Nach der vierten Synodalversammlung und wenige Tage vor Beginn ihrer Herbstvollversammlung müssten die katholischen Bischöfe ihre Mitverantwortung dafür wahrnehmen, "jede Form von Diskriminierung" zu überwinden, forderte das ZdK-Präsidium am Montag in Berlin.

Text an Sperrminorität der Bischöfe gescheitert

Vergangene Woche war auf der Synodalversammlung in Frankfurt ein entscheidender Text zur Erneuerung der Sexualethik an der Sperrminorität der Bischöfe gescheitert.

Bischöfe haben sich auf der vierten Synodalversammlung beraten / © Max von Lachner (SW)
Bischöfe haben sich auf der vierten Synodalversammlung beraten / © Max von Lachner ( SW )

Nicht nur jene, die sich auf dem Synodalen Weg und in der Kirche engagierten, habe das Abstimmungsverhalten der 21 Bischöfe verletzt, die gegen den Grundtext des Forums "Leben in gelingenden Beziehungen" gestimmt hatten. "Die Spitze der katholischen Laienbewegung ist zutiefst davon überzeugt, dass die römisch-katholische Kirche kein Ort der Diskriminierung sein darf."

Transparente Kommunikation gefordert

In Frankfurt hatten 33 Bischöfe für den Text gestimmt, 21 dagegen, drei hatten sich enthalten. Damit war der Text an der nach Satzung nötigen Zweidrittelmehrheit der Bischöfe gescheitert. "In der vorangegangenen Diskussion haben sich die meisten Gegner des Textes nicht entsprechend geäußert", erklärte das Präsidium des ZdK. "Für gelingende Synodalität sind jedoch transparente Kommunikation und Dialogbereitschaft unabdingbare Voraussetzungen."

Das ZdK und die Bischofskonferenz tragen gemeinsam den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland. Die fünfte Synodalversammlung soll im März 2023 stattfinden.

Was wurde bei der vierten Synodalversammlung beschlossen?

Insgesamt berieten die gut 200 Delegierten der vierten Synodalversammlung über 8 Papiere, ursprünglich waren 14 vorgesehen. Vier Texte wurden in Zweiter Lesung verabschiedet; einer scheiterte an einer Sperrminorität von Bischöfen. Drei Texte standen in Erster Lesung zur Debatte und sind deswegen noch nicht beschlossen, auch wenn die jeweiligen Abstimmungsergebnisse Rückschlüsse auf die grundsätzliche Akzeptanz der jeweiligen Anliegen erlauben.

Abstimmungsgerät bei der vierten Synodalversammlung / © Max von Lachner (SW)
Abstimmungsgerät bei der vierten Synodalversammlung / © Max von Lachner ( SW )
Quelle:
KNA