Die Bischöfe Deutschlands kommen ab diesem Montag in Würzburg zu ihrer Frühjahrsvollversammlung zusammen. Im Mittelpunkt des viertägigen Treffens steht die Wahl eines neuen Vorsitzenden am Dienstag. Der Limburger Bischof Georg Bätzing (64) kandidiert nach seiner sechsjährigen Amtszeit nicht erneut.
In einem Brief hatte sich Bischof Bätzing im Januar an die Mitglieder der Bischofskonferenz gewandt und mitgeteilt, dass er "für eine erneute Wahl nicht zur Verfügung stehe." Dazu habe er sich nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden.
Mit Blick auf die Wahl bete er um Gottes guten Geist und wünsche dem "Miteinander in der Konferenz weiterhin den Mut zum offenen Wort, zu konstruktivem Ringen und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen – um miteinander den Gläubigen in unserem Land und vielen mehr die Freude des Glaubens zu bezeugen", so Bischof Bätzing. Nun sei es Zeit, die "für die Arbeit der Bischofskonferenz wichtige Aufgabe in andere Hände zu legen."
In einem Interview der "Zeit" erklärte Bätzing anschließend, er hadere nicht mit seiner Entscheidung, nach der regulären Amtszeit den Vorsitz der Bischofskonferenz abzugeben, fügte jedoch hinzu, zwei weitere Jahre hätte er gerne noch drangehängt, "um ein paar Dinge festzuzurren."
Bei der nun bei der Frühjahrsvollversammlung anstehenden Wahl zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz dürfen auch die Weihbischöfe abstimmen. Sie stellen mehr als die Hälfte der knapp 60 Wahlberechtigten und können nicht selbst gewählt werden.
Bischofskonferenz gespalten
Zu den Aufgaben des künftigen Vorsitzenden gehört es, die Spaltung der Bischofskonferenz beim Umgang mit dem Synodalen Weg zu überwinden und dies auch in Rom zu vermitteln. Die Bischöfe aus Köln, Regensburg, Passau und Eichstätt hatten sich aus dem Reformprojekt zurückgezogen. Sie verwiesen dabei auch auf Vorbehalte der Kirchenleitung in Rom gegen die geplante Einrichtung eines synodalen Gremiums von Bischöfen und Laien auf Bundesebene. Die Satzung dieser Synodalkonferenz soll in Würzburg abgesegnet werden.
Weitere Themen des Treffens sind die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs und die Lage der christlichen Minderheiten im Nahen Osten. Auch der Dialog zwischen Christen und Muslimen und das Selbstverständnis Europas in einer sich ändernden Weltordnung sollen besprochen werden. Darüber hinaus wollen die Bischöfe über den Entwurf einer Arbeitshilfe zur Ehrenamts- und Engagemententwicklung diskutieren.