Es gebe nur noch relativ wenige "widerstandsfähige" einheimische Christen. Das seien in der Regel Armenier, Assyrer oder Griechen, die sich trotz ständiger Überwachung und Übergriffe bisher geweigert hätten, das Land zu verlassen, so Aina.
In der Türkei lebten inzwischen auch zahlreiche christliche Flüchtlinge aus Ländern wie Afghanistan, Iran und Syrien. Immerhin sei die Türkei auch im Blick auf Religionsfreiheit noch besser als die Lebensbedingungen, aus denen die Menschen geflohen sind.
Wenig gewalttätige Übergriffe auf Gläubige
Antichristliche Gewalt sei dort nicht so verbreitet wie in weiten Teilen des Nahen Ostens. In den vergangenen Jahren sei es jedoch auch in der Türkei mehrfach zu Angriffen auf Kirchen sowie zu gewalttätigen Übergriffen auf Gläubige gekommen.
Angesichts der Tatsache, dass 99 Prozent der Türken Muslime seien, fänden es "viele Menschen seltsam, dass ein Türke Christ ist", erklärte ein Gesprächspartner der Agentur. Obwohl die Geschichte des Christentums in der Türkei weiter zurückreiche als die Existenz des Islam, werde das Christentum oft als Mittel ausländischer Subversion angesehen. Allerdings sind antichristliche Ressentiments regional unterschiedlich stark.
So ist den Angaben zufolge Zentralanatolien der Teil der Türkei, der dem Christentum am feindlichsten gegenüberstehe. Dort sei es in den vergangenen Jahren vermehrt zu Vorfällen gekommen, bei denen türkische Behörden gegen ausländische Christen vorgingen.
Obwohl religiöse Aktivitäten in einem nominell säkularen Land völlig legal sind, würden ausländische Christen, die aus verschiedenen Kontinenten stammen, mitunter als Sicherheitsrisiko eingestuft.