Der Deutsche Caritasverband und das Kommissariat der deutschen Bischöfe in Deutschland drängen auf eine rasche gesetzliche Regelung der Suizidprävention. Es brauche flächendeckend wirksame, niedrigschwellige und nach Risikogruppen aufgeteilte Maßnahmen, forderte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa in einer gemeinsamen Mitteilung am Donnerstag.
"Suizidprävention ist nicht allein eine Aufgabe des Gesundheitswesens, sondern ist ein gemeinschaftliches Anliegen von Politik, Fachpraxis und Zivilgesellschaft", so der Leiter des katholischen Kommissariats, Prälat Karl Jüsten.
Motive, Gefahrenlagen und Methoden des Suizids seien je nach Alter, Geschlecht und Lebenslage sehr unterschiedlich. Wichtig seien die Sicherung von Bahngleisen, Brücken und Türmen mit Zäunen, ein wirksames Werbeverbot für Suizidmittel, sowie eine Regulierung der Suizidassistenz, die auch Regeln zur Berichterstattung umfassen müsse.
Beratung in suizidalen Krisen müsse - in jedem Alter - ohne Hürden verfügbar sein, vertraulich, niedrigschwellig und bei Bedarf anonym. "Es darf nicht sein, dass sich Menschen unter Druck gesetzt fühlen, sich mit Suizidassistenz auseinandersetzen zu müssen, und sich für einen Suizid entscheiden, weil sie von der Angst geplagt sind, anderen zur Last zu fallen", sagte Welskop-Deffaa.
Neuer Anlauf einer Regelung
Ein Gesetzentwurf zur Stärkung der nationalen Suizidprävention war vom Kabinett der Vorgängerregierung beschlossen worden, kam aber wegen des vorzeitigen Endes der Koalition nicht mehr in die parlamentarische Abstimmung. Fachkreise kritisierten den Entwurf als lückenhaft. Die aktuelle Bundesregierung will laut Koalitionsvertrag einen neuen Versuch zu einer gesetzlichen Regelung unternehmen.