Weltkirchenrat fordert sofortiges Konfliktende um Berg-Karabach

"Blutvergießen sofort beenden"

Der Weltkirchenrat hat seine große Besorgnis über den neuen Ausbruch des Konflikts um Berg-Karabach zwischen Armenien und Aserbaidschan geäußert. Man rief die Kriegsparteien auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Papst Franziskus besucht Weltkirchenrat (Archiv) / © Paul Haring (KNA)
Papst Franziskus besucht Weltkirchenrat (Archiv) / © Paul Haring ( KNA )

Er trauere mit den Familien, die in der Auseinandersetzung um die Region Angehörige verloren haben, erklärte der Interims-Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), Ioan Sauca, am Dienstag in Genf. Er bete zudem für die Genesung der Verwundeten.

An Verhandlungstisch zurückkehren

Der Dachverband von 350 Kirchen mit mehr als 500 Millionen Gläubigen rief die Kriegsparteien eindringlich dazu auf, das Blutvergießen und alle militärischen Aktionen sofort zu beenden und "an den Verhandlungstisch zurückzukehren".

Sauca appellierte an die OSZE-Minsk-Gruppe, ihre Anstrengungen für eine friedvolle Lösung der Auseinandersetzungen zwischen den beiden ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan in dem seit Jahrzehnten ungelösten Konflikt zu forcieren. Die Region Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt. Beide Länder, Aserbaidschan und Armenien, beanspruchen das Gebiet für sich.

Um diplomatische Vermittlung bemüht

Sauca rief die ÖRK-Mitgliedskirchen in den Ländern der Minsk-Gruppe dazu auf, sich bei ihren Regierungen für eine schnelle diplomatische Vermittlung einzusetzen, um Frieden in der Region zu schaffen. Im 1948 gegründeten Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) sind protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen zusammengeschlossen. Die katholische Kirche gehört dem Rat nicht an, es besteht aber eine enge und lange Kooperation der Institutionen.

Interims-Generalsekretär Sauca gehört der Orthodoxen Kirche in Rumänien an.

Quelle:
epd