Bistum Osnabrück stiftet Preis für Ehrenamtliche

Engagierte Menschen im Mittelpunkt

Als Anerkennung erhalten verdiente katholische Kleriker oft einen Ehrentitel verliehen. Da das Bistum Osnabrück zunehmend auf ehrenamtliches Engagement angewiesen ist, möchte Bischof Dominicus Meier dieses künftig besser würdigen.

Dom Sankt Petrus am 17. August 2023 in Osnabrück. / © Julia Steinbrecht (KNA)
Dom Sankt Petrus am 17. August 2023 in Osnabrück. / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Um ehrenamtliches Engagement in der Kirche besser zu würdigen und zu stärken, vergibt der Bischof von Osnabrück künftig einen Ehrenamtspreis des Bistums. Nicht nur, weil verdiente Kleriker Ehrentitel bekämen, wolle er Menschen, die sich in der Kirche engagieren, in den Mittelpunkt stellen, sagte Bischof Dominicus Meier am Sonntag beim Neujahrsempfang der Diözese. Die mit einer Urkunde und einem Geldbetrag versehene Auszeichnung soll künftig jeweils zu Beginn eines Jahres vergeben werden.

Bischof Dominicus Meier / © Lars Berg (KNA)
Bischof Dominicus Meier / © Lars Berg ( KNA )

Damit der im vergangenen Jahr begonnene Transformationsprozess im Bistum unter dem Motto "verändert bleiben" gelinge, müsse ehrenamtliches Engagement stärker qualifiziert, begleitet und beauftragt werden, so der Bischof. Dazu seien Menschen vor Ort in die anstehenden Entscheidungen einzubinden.

Offizielle Beauftragungen für über 350 Nicht-Kleriker

Zudem verwies Meier auf die Vielzahl bereits offiziell beauftragter Nicht-Kleriker in Seelsorge und Gemeinden. Von diesen seien rund die Hälfte Frauen. Mehr als 200 Katholiken hätten eine Beauftragung zur Leitung von Wortgottesdiensten, rund 30 hauptamtliche Laien seien derzeit beauftragt zu taufen, über 100 leiteten Beerdigungen. Außerdem seien 20 hauptamtlich angestellte Nicht-Priester zur Leitung von Gemeinden beauftragt.

Gleichzeitig kündigte der Bischof die Gründung eines neuen Diözesanpastoralrats an, der die Beratung der Diözesanleitung bündeln und breiter aufstellen soll. Angesichts notwendiger Veränderungen, finanzieller Kürzungen und anderer wachsender Herausforderungen sei dies notwendig. Gleichzeitig solle so die Kirche vor Ort synodaler gemacht werden, wie es die jüngste Weltsynode im Vatikan angeregt habe.

Bei allen internen Problemen werde sich das Bistum weiterhin gesellschaftspolitisch einmischen. Dies gelte vor allem dort, wo gesellschaftlicher Zusammenhalt, Menschenwürde und Gemeinwohl gefährdet seien.

Weltsynode 2021-2024

Mit der Weltsynode hat Papst Franziskus in der katholischen Kirche etwas Neues geschaffen. Erstmals werden bei einer Synode Nicht-Bischöfe und Nicht-Priester im großen Umfang ein Stimmrecht haben, darunter auch Frauen.

Inhaltlich soll es vor allem um neue Wege der Mitwirkung der kirchlichen Basis bei wichtigen Entscheidungen in der katholischen Kirche gehen. Obwohl erstmals auch nicht geweihte Männer und Frauen ein Stimmrecht haben, handelt es sich kirchenrechtlich um eine Bischofssynode.

Eröffnung der Weltsynode im Oktober 2021 / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Eröffnung der Weltsynode im Oktober 2021 / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA