Um ehrenamtliches Engagement in der Kirche besser zu würdigen und zu stärken, vergibt der Bischof von Osnabrück künftig einen Ehrenamtspreis des Bistums. Nicht nur, weil verdiente Kleriker Ehrentitel bekämen, wolle er Menschen, die sich in der Kirche engagieren, in den Mittelpunkt stellen, sagte Bischof Dominicus Meier am Sonntag beim Neujahrsempfang der Diözese. Die mit einer Urkunde und einem Geldbetrag versehene Auszeichnung soll künftig jeweils zu Beginn eines Jahres vergeben werden.
Damit der im vergangenen Jahr begonnene Transformationsprozess im Bistum unter dem Motto "verändert bleiben" gelinge, müsse ehrenamtliches Engagement stärker qualifiziert, begleitet und beauftragt werden, so der Bischof. Dazu seien Menschen vor Ort in die anstehenden Entscheidungen einzubinden.
Offizielle Beauftragungen für über 350 Nicht-Kleriker
Zudem verwies Meier auf die Vielzahl bereits offiziell beauftragter Nicht-Kleriker in Seelsorge und Gemeinden. Von diesen seien rund die Hälfte Frauen. Mehr als 200 Katholiken hätten eine Beauftragung zur Leitung von Wortgottesdiensten, rund 30 hauptamtliche Laien seien derzeit beauftragt zu taufen, über 100 leiteten Beerdigungen. Außerdem seien 20 hauptamtlich angestellte Nicht-Priester zur Leitung von Gemeinden beauftragt.
Gleichzeitig kündigte der Bischof die Gründung eines neuen Diözesanpastoralrats an, der die Beratung der Diözesanleitung bündeln und breiter aufstellen soll. Angesichts notwendiger Veränderungen, finanzieller Kürzungen und anderer wachsender Herausforderungen sei dies notwendig. Gleichzeitig solle so die Kirche vor Ort synodaler gemacht werden, wie es die jüngste Weltsynode im Vatikan angeregt habe.
Bei allen internen Problemen werde sich das Bistum weiterhin gesellschaftspolitisch einmischen. Dies gelte vor allem dort, wo gesellschaftlicher Zusammenhalt, Menschenwürde und Gemeinwohl gefährdet seien.