Bischofskonferenz-Vorsitzender Bätzing würdigt Ludwig Schick

"Er war immer bei den Menschen"

20 Jahre stand Ludwig Schick an der Spitze des Erzbistums Bamberg. Zum Abschied würdigten Mitbrüder sein Wirken. Als Weltkirche-Bischof sei Schick stets unterwegs gewesen zu den Menschen in Not, lobten sie.

Autor/in:
Christian Wölfe
Gottesdienst zum Abschied von Erzbischof Ludwig Schick / © Christian Wölfel (KNA)
Gottesdienst zum Abschied von Erzbischof Ludwig Schick / © Christian Wölfel ( KNA )

Mit Dankbarkeit, Zuversicht, aber auch mit einem Schuldbekenntnis hat sich der emeritierte Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am Sonntag offiziell verabschiedet. Er habe stets als Seelsorger dazu beitragen wollen, "dass die Menschen das Leben haben und es in Fülle haben durch Jesus Christus", sagte Schick am Sonntag bei einem Gottesdienst im Dom. Dankbar schaue er auf das Gelungene und wisse zugleich, dass er "Gutes unterlassen und Böses getan habe, wie ich jeden Tag bekannte und heute bekenne".

Bischof Georg Bätzing / © Harald Oppitz (KNA)
Bischof Georg Bätzing / © Harald Oppitz ( KNA )

Schick erinnerte an Projekte, die in seine Amtszeit fielen, etwa die Konsolidierung der Finanzen, die Bildung neuer Seelsorgebereiche und die Umstrukturierung im Ordinariat. Auch die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle und die Prävention gegen Missbrauch seien angegangen worden.

20 Jahre lang Erzbischof von Bamberg

Papst Franziskus hatte das Rücktrittsgesuch von Schick am 1. November angenommen. Mit 73 Jahren geht Schick zwei Jahre vor der normalen Altersgrenze für Bischöfe. Er war 20 Jahre in Bamberg. Seinen Schritt begründete er damit, die anstehenden Weichenstellungen, etwa durch die Reformdebatten, einem jüngeren Nachfolger überlassen zu wollen.

Zu der Feier kamen unter anderen der Bischofskonferenz-Vorsitzende Georg Bätzing, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, mehrere bayerische Bischöfe und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) als Vertreter der Bayerischen Staatsregierung nach Bamberg.

Ein Brückenbauer 

Bätzing verglich Schick mit dem "Bamberger Reiter", ein Wahrzeichen Bambergs im Dom. Der gebürtige Marburger sei stets unterwegs gewesen. Der Konferenz-Vorsitzende erinnerte an die Aufgabe des Weltkirche-Bischofs, die Schick bis 2011 15 Jahre lang innehatte. "Wenn ich Urlaub gemacht habe, dann warst Du schon wieder unterwegs." So sei er etwa in einem großen Flüchtlingslager im vorderen Orient, in Slums in Lateinamerika oder bei der jungen Kirche in Afrika gewesen. Der emeritierte Erzbischof sei ein Brückenbauer der Kirche aus Deutschland in großer Solidarität mit der Weltkirche.

Erzbischof Ludwig Schick / © Harald Oppitz (KNA)
Erzbischof Ludwig Schick / © Harald Oppitz ( KNA )

Schick sei ein "echter Schaffer" gewesen. Innerhalb der Bischofskonferenz seien die Bischöfe Schick mit großem Interesse gefolgt, wenn der promovierte Kirchenrechtler juristischen Beistand geleistet habe.

Hilfsbereit und engagiert 

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx würdigte dessen ständige Bereitschaft, Arbeit zu übernehmen, fleißig zu sein. Schick sei immer "sehr kompetent, sehr engagiert, sehr mitbrüderlich".

Würzburgs Bischof Franz Jung nannte Schick "besonnen, gerecht und fromm". Der Bamberger Mitbruder sei stets bereit gewesen, unkompliziert Amtshilfe in mancher schwieriger Situation zu leisten. "Ein Anruf hat genügt, und Ludwig hat geholfen."

Innenminister Herrmann sagte, Schick habe das Erzbistum in für die Kirche schwierigen zwei Jahrzehnten klug und souverän geführt. "Sie waren sprichwörtlich ein guter Hirte ihrer Herde." Mit seinem gesellschaftskritischen Blickwinkel sei der Erzbischof ein wichtiger Ansprechpartner gewesen.

Schick war 1975 zum Priester geweiht worden. Ab 1981 lehrte er Kirchenrecht an der Theologischen Fakultät Fulda und am Katholischen Seminar der Philipps-Universität Marburg, bevor er ab 1995 Generalvikar und ab 1998 auch Weihbischof im Bistum Fulda war. 

Erzbischof Ludwig Schick

Erzbischof Dr. Ludwig Schick wurde 1949 in Marburg geboren. 1998 erfolgte die Ernennung zum Weihbischof in Fulda, bereits vier Jahre später ernannte Papst Johannes Paul II. Ludwig Schick zum Erzbischof von Bamberg.

Von 2006 bis 2021 war Erzbischof Schick Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz. Er war außerdem Mitglied der Pastoralkommission und Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Männerseelsorge.

Am 1.11.2022 hat Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch des Bamberger Erzbischofs angenommen. (KNA)

Erzbischof em. Ludwig Schick (Erzbistum Bamberg)
Quelle:
KNA