Bischof zeigt sich betrübt über Tod von Scheich Khalifa

"Weise Führungspersönlichkeit"

Der emeritierte Bischof Paul Hinder hat sich "zutiefst betrübt" über den Tod des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan, gezeigt. Hinder würdigte Khalifas friedliche Vision für dessen Land.

Trauer um Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan, Präsident der Emirate und Emir von Abu Dhabi  / © Kirsty Wigglesworth (dpa)
Trauer um Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan, Präsident der Emirate und Emir von Abu Dhabi / © Kirsty Wigglesworth ( dpa )

In einem Telegramm an den Emir von Dubai, den Vize-Präsidenten der VAE, würdigte der bisherige Bischof von Abu Dhabi, Paul Hinder, Khalifa bin Zayed als "außerordentlich weise und geachtete Führungspersönlichkeit", wie das Portal kath.ch am Samstag berichtet.

Bischof Paul Hinder / © Gregory A. Shemitz/CNS photo (KNA)
Bischof Paul Hinder / © Gregory A. Shemitz/CNS photo ( KNA )

Der Präsident habe eine Vision für moderne, wohlhabende und friedliche Vereinigte Arabische Emirate gehabt und dem Land geholfen, "sich zu einer wunderschönen modernen Nation zu entwickeln", so Hinder.

Kürzlich hatte Papst Franziskus dessen altersbedingten Rücktritt als Bischof von Abu Dhabi angenommen. Ein Nachfolger ist noch nicht installiert.

Umsichtiger Staatschef und Friedensschützer

In Trauerbotschaften hatten am Freitag bereits der König von Jordanien, Abdullah II., der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi und die palästinensische Hamas den Verstorbenen gewürdigt.

Auch die Bundesregierung bezeichnete Khalifa bin Zayed als umsichtigen Staatschef, der den Wohlstand seines Landes gemehrt und den Frieden in der Region geschützt habe.

Einer der reichsten Monarchen der Welt 

Khalifa bin Zayed Al Nahyan war am Freitag mit 73 Jahren gestorben. Er hatte die Führung der VAE 2004 von seinem verstorbenen Vater, dem Staatsgründer Khalifa bin Sultan Al Nahyan, übernommen. Nachdem er 2014 einen Schlaganfall erlitten hatte, führte der Halbbruder und Kronprinz Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan faktisch die Regierungsgeschäfte.

Khalifa bin Zayed fungierte auch als Premierminister des größten Teilemirats Abu Dhabi und Vorsitzender des Obersten Mineralölrats, der mit der Abu Dhabi National Oil Company einen der größten Erdölproduzenten der Welt kontrolliert.

Unter seiner Führung entwickelten sich die VAE zu einem wichtigen Geschäfts- und Technologiezentrum. Mit einem Vermögen von schätzungsweise 15 Milliarden US-Dollar galt er als einer der reichsten Monarchen weltweit.

Papst Franziskus und die Arabische Halbinsel 

Während seiner nominellen Regierungszeit besuchte Papst Franziskus im Februar 2019 Abu Dhabi und unterzeichnete dort gemeinsam mit dem ägyptischen Großscheich Ahmad al-Tayyeb ein Dokument für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen, das als Meilenstein im christlich-islamischen Dialog gilt.

Es war der erste Besuch eines Papstes auf der Arabischen Halbinsel. Im Februar eröffnete der Heilige Stuhl eine Botschaft in dem Golfstaat. Zudem normalisierten die VAE 2020 in den sogenannten Abraham-Abkommen auch das Verhältnis zu Israel.

Die Regierung in Abu Dhabi kündigte am Freitag eine 40-tägige Staatstrauer an. Zudem soll das öffentliche Leben für drei Tage ruhen.

Katholische Kirche in Arabien

Auf der Arabischen Halbinsel gibt es zwei Apostolische Vikariate, also Vorstufen eines Bistums - für das Südliche Arabien (Vereinigte Arabische Emirate, Jemen, Oman) und das Nördliche Arabien (Bahrain, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien). Zusammen haben sie eine Fläche von rund drei Millionen Quadratkilometern und zählen damit zu den größten Kirchenbezirken der Welt. Insgesamt leben in den Vikariaten rund 3,5 Millionen Katholiken, die von nur etwa 120 Priestern betreut werden.

Papst Franziskus und Ahmad al-Tayyeb / © Paul Haring (KNA)
Quelle:
KNA
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