Der katholische Bischof Georg Bätzing hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu dessen 70. Geburtstag als Ruhepol "in teilweise aufgeregten und nervösen Zeiten" gewürdigt. "In einer Zeit, in der dumpfe Parolen auf den Straßen die Demokratiefähigkeit unseres Landes hart auf die Probe stellen, ist Ihre Stimme unverzichtbar", heißt es in einem am Montag veröffentlichten Schreiben des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz an das Staatsoberhaupt.
"Sie, Herr Bundespräsident, tun der Bundesrepublik Deutschland und ihren Bürgerinnen und Bürgern gut. Ihr Wort wird geschätzt - national und international. Ihre besonnene Art und Ihre Ermutigung - gerade in Ihrer Weihnachtsansprache im vergangenen Jahr -, die Hoffnung nicht zu verlieren, sind starke Zeugnisse, die wir brauchen", so Bätzing. "Dafür möchte ich Ihnen anlässlich Ihres Geburtstags ebenso Dank sagen, wie für Ihre stete und äußerst wohlwollende Begleitung der Arbeit der katholischen Kirche."
Kampf gegen Antisemitismus
Gleichzeitig versicherte Bätzing dem Bundespräsidenten, dass die Kirche auch weiterhin ein verlässlicher Partner sei, "dem ebenso am gesellschaftlichen Zusammenhalt gelegen ist, wie im Kampf gegen jede Form des Antisemitismus". Dabei hob der Bischofskonferenz-Vorsitzende die Rolle des Dialogs der Religionen hervor. "Ein solcher Dialog kann und muss sich positiv auf das Verständnis untereinander in der Gesellschaft auswirken." Steinmeier, geboren am 5. Januar 1956 in Detmold, ist seit 2017 Bundespräsident. Zuvor war er unter anderem Chef des Bundeskanzleramtes und Außenminister.