Das Internationale Katholische Missionswerk missio München ruft zur Kollekte für die Kirche in Afrika auf. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Arbeit von Ordensfrauen im Südsudan, insbesondere der Gemeinschaft der Sacred Heart Sisters in der Hauptstadt Juba. Die Kollekte wird am 6. Januar in den bayerischen (Erz-)Diözesen und am 11. Januar im Bistum Speyer durchgeführt.
Millionen Menschen sind im Südsudan auf der Flucht. Auch die Sacred Heart Sisters haben ihr Zuhause verloren und leben inzwischen in einem baufälligen Konvent. Sie schlafen in Abstellräumen, kochen in einem Schuppen und teilen das Leben mit den Vertriebenen. Trotz der schwierigen Bedingungen begleiten die Schwestern Frauen, Kinder und Familien in den Geflüchtetenlagern, bieten Bildungsprogramme an und leisten seelsorgliche Unterstützung.
Gegen Sklaverei
"Ordensfrauen wirken in die Gesellschaft hinein und stehen den Menschen in ihrem täglichen Kampf ums Überleben zur Seite", sagte der Präsident von missio München, Monsignore Wolfgang Huber. Sie leisteten einen umfassenden Beitrag für Gemeinden – in Sozialarbeit, Gesundheitsfürsorge, Bildung und Seelsorge. Eine gute Ausbildung sei dafür unverzichtbar. Viele einheimische Gemeinschaften lebten jedoch selbst in Armut und könnten den Nachwuchs kaum ausreichend schulen. "Mit der Kollekte zum Afrikatag können wir die Hilfe anbieten, die benötigt wird", so Huber.
Der Afrikatag wurde 1891 von Papst Leo XIII. eingeführt. Ursprünglich diente er der Sammlung von Spenden zur Bekämpfung der Sklaverei. Heute steht die älteste gesamtkirchliche Kollekte der Welt für Hilfe zur Selbsthilfe. Sie wird rund um das Fest der Heiligen Drei Könige begangen, da die Ankunft der Sterndeuter traditionell mit dem afrikanischen Kontinent in Verbindung gebracht wird.