Benefizkonzert des Bundespräsidenten für Wohnungslose

"Menschen aus der Obdachlosigkeit holen"

Die Spendeneinnahmen aus dem Benefizkonzert des Bundespräsidenten gehen in diesem Jahr an 20 Projekte der Caritas zur medizinischen Versorgung von wohnungslosen Menschen. Das teilte der Wohlfahrtsverband in Berlin mit.

Musiker mit einer Geige / © Daniil Cherepanov (shutterstock)
Musiker mit einer Geige / © Daniil Cherepanov ( shutterstock )

Das Benefizkonzert des NDR-Elbphilharmonie Orchesters findet an diesem Sonntag in der Hamburger Elbphilharmonie statt. Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa, verwies darauf, dass der Besuch einer Arztpraxis oder einer Apotheke für viele Menschen ohne festen Wohnsitz mit enormen Hürden verbunden sei. "Gerade diejenigen, die über keinen Krankenversicherungsschutz verfügen, bleiben viel zu oft über Wochen unversorgt."

Obdachlose / © cornfield (shutterstock)

Orte der Menschlichkeit schaffen

So werde aus einer kleinen Infektion ein Wundbrand, aus Zahnschmerzen ein vereiterter Kiefer. "Das Leben auf der Straße macht krank", beklagte die Caritas-Präsidentin. Dabei gehe es der Caritas nicht nur darum, Orte der medizinischen Behandlung, sondern Orte der Menschlichkeit zu schaffen.

Viele der Angebote seien als Initiative engagierter Bürger entstanden und lebten vom Einsatz von Ehrenamtlichen und von Spenden, so Welskop-Deffaa. Die Sicherung einer nachhaltigen Finanzierung bleibe in vielen Fällen eine dauerhafte Herausforderung.

Hilfe für Hamburger Krankenstube

Die Hälfte der Spendeneinnahmen im Zusammenhang mit dem Konzert des NDR-Elbphilharmonie Orchesters werde unter 19 Caritas-Projekten bundesweit verteilt, etwa für medizinische und zahnärztliche Sprechstunden für Wohnungslose, ein Präventionsangebot, eine Krankenwohnung im ländlichen Raum oder ein Angebot der psychotherapeutischen Versorgung von traumatisierten Wohnungslosen - und vieles mehr.

Eva Maria Welskop-Deffaa, Caritas-Präsidentin

"Das Leben auf der Straße macht krank."

Die andere Hälfte gehe an die Hamburger Krankenstube für Obdachlose auf Sankt Pauli. In dem ehemaligen Hafenkrankenhaus betreibe die Caritas eine stationäre Einrichtung mit 20 Betten für kranke obdachlose Frauen und Männer.

Obdachloser bekommt ein Stück Brot / © N.Pipat (shutterstock)
Obdachloser bekommt ein Stück Brot / © N.Pipat ( shutterstock )

"Menschen, die zu uns kommen, haben schwerwiegende medizinische Probleme, die auf eine fehlende Versorgung zurückzuführen sind", so Tim Niederauer, Leiter der Krankenstube: "Beispielsweise offene Wunden, die auf der Straße nicht heilen können."

Neben der Pflege gehöre die Sozialarbeit zum Hilfsangebot. "So gelingt es uns immer wieder, Menschen aus der Obdachlosigkeit zu holen", sagte Niederauer.

Quelle:
KNA
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