Bau des Mahnmals für in der NS-Zeit verfolgte Zeugen Jehovas beginnt

Einweihung im Juni

Im März beginnen in Berlin die Bauarbeiten für ein Mahnmal zum Gedenken an die in der NS-Zeit verfolgten Zeugen Jehovas. Die Einweihung ist für den 24. Juni vorgesehen. Der Bau geht auf einen Bundestagsbeschluss zurück.

Bezirkskongress der Zeugen Jehovas unter dem Motto Göttlicher Wille im September 1958 in Frankfurt. (KNA)
Bezirkskongress der Zeugen Jehovas unter dem Motto Göttlicher Wille im September 1958 in Frankfurt. / ( KNA )

Zum Festakt werden demnach Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sowie die Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson erwartet. Das Mahnmal geht auf einen Bundestagsbeschluss aus dem Jahr 2023 zurück. Demnach soll eine schlichte Bronze-Skulptur des Künstlers Matthias Leeck mit Informationstafeln an historischer Stelle errichtet werden und über die Verfolgung dieser Opfergruppe informieren, wie die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin mitteilte.

Goldfischteich im Tiergarten Berlin  / © Diego Grandi (shutterstock)
Goldfischteich im Tiergarten Berlin / © Diego Grandi ( shutterstock )

Am dortigen Goldfischteich kamen Angehörige der Zeugen Jehovas zu geheimen Treffen zusammen. Hier fand im August 1936 eine Verhaftungsaktion durch die Gestapo statt. In Abstimmung mit dem Land Berlin erfolgten Planung und Umsetzung des Mahnmals durch die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Fast 14.000 inhaftiert

Nach derzeitigem Forschungsstand wurden ab 1933 fast 14.000 Zeugen Jehovas in Deutschland und ab 1938 auch in den von Deutschland besetzten Ländern Europas inhaftiert, darunter 4.200 in Konzentrationslagern, wo sie mit einem "lila Winkel" stigmatisiert wurden. Mindestens 1.700 starben durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft.

Zeugen Jehovas

Die "Zeugen Jehovas" verstehen sich als christlich orientierte Religionsgemeinschaft. Die 1881 vom ehemaligen Adventisten-Prediger Charles Taze Russell in den USA gegründete Gruppierung zählt nach eigenen Angaben weltweit über acht Millionen Mitglieder, in Deutschland um die 170.000. Die deutsche Zentrale ist in Selters im Taunus, die internationale Zentrale in New York.

Zeugen Jehovas Schriftzug an Hauswand / © Harald Oppitz (KNA)
Zeugen Jehovas Schriftzug an Hauswand / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA