Angriff auf ukrainischen Pfarrer wohl nicht politisch

Alkohol im Spiel

Nach dem Angriff eines Russen auf den Pfarrer einer ukrainisch-katholischen Kirchengemeinde in Hamburg sieht die Polizei keine Anhaltspunkte für ein politisches Motiv. Die Realität war viel banaler und der Fall nun geschlossen.

Frauen in der ukrainisch-katholischen Gemeinde in Hamburg
Frauen in der ukrainisch-katholischen Gemeinde in Hamburg

Ermittlungen des Staatsschutzes hätten keine Hinweise dafür ergeben, sagte ein Sprecher der Hamburger Polizei am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Mann sei betrunken gewesen und habe sich später für seine mutmaßlichen Taten entschuldigt.

Der 46-jährige Russe hatte Anfang April an einem Samstagabend bei der ukrainisch-katholischen Gemeinde in Hamburg-Neugraben geklingelt. Als der Pfarrer ihm öffnete, drückte der ungebetene Gast diesen laut Polizei zur Seite und schlug ihn einmal im Bereich des Oberkörpers. Zudem soll er einen Zaun und ein Blumenbeet auf dem Gelände der Gemeinde beschädigt haben. Nachdem der Pfarrer die Polizei alarmiert hatte, stellten die Beamten einen Atemalkoholwert von 2,2 Promille bei dem Mann fest und leiteten Ermittlungen wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung ein. Der Fall werde nun an die Staatsanwaltschaft weitergegeben, so der Polizeisprecher.

Der Pfarrer hatte sich zuletzt öffentlich zum Krieg Russlands gegen die Ukraine geäußert. Bei einem Gottesdienst mit Erzbischof Stefan Heße Ende Februar bezeichnete er unter anderem Russlands Präsidenten Wladimir Putin als "Teufel" und beklagte: "Unser Heimatland geht durch das Bombardement des Moskauer Aggressors zugrunde."

Dutzende Opfer bei Raketenangriff auf Bahnhof in Kramatorsk

Leichen, Blutlachen und verstreutes Gepäck: Es sind grausame Bilder von Tod und Verwüstung in Kramatorsk. Bei einem Raketenangriff auf den Bahnhof der ostukrainischen Stadt wurden Dutzende Menschen getötet, der ukrainische Geheimdienst SBU sprach am 8. April von 39 Toten, davon 4 Kinder. Dutzende wurden verletzt. Etwa 4000 Menschen hätten sich am Bahnhof aufgehalten, sagte Bürgermeister Olexander Hontscharenko. Die ukrainischen Behörden hatten angesichts einer erwarteten russischen Offensive die Bevölkerung der Gebiete Donezk und Luhansk zur Flucht aufgerufen.

Menschen auf dem Bahnhof in Kramatorsk, Ostukraine / © Andriy Andriyenko (dpa)

Quelle:
KNA