Designierter Erzbischof von Durban appelliert

Afrika muss sich selbst helfen

Der designierte Erzbischof von Durban, Siegfried Mandla Jwara, fordert mehr Selbstständigkeit von Afrikas Regierungen im Kampf gegen Covid-19. Zwar habe der Westen eine "moralische Verpflichtung", Afrika müsse aber mehr unternehmen.

Blick auf Durban, Südafrika / © Photo Africa SA (shutterstock)
Blick auf Durban, Südafrika / © Photo Africa SA ( shutterstock )

 Zwar begrüße er Hilfszusagen europäischer Länder und der USA; dazu hätten diese eine "moralische Verpflichtung", sagte Jwara (64) der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Nichtsdestotrotz sollte Afrika auf eigenen Füßen stehen und etwas für seine Bürger unternehmen. Andernfalls werden wir immer Bettler bleiben."

Viele Länder Afrikas befinden sich derzeit im Griff der dritten und bislang schlimmsten Corona-Welle. Bislang verzeichnete der Kontinent rund sechs Millionen Gesamtinfektionen. Geimpft sind laut WHO erst etwa zwei Prozent der afrikanischen Bevölkerung. Südafrika, Ruanda und mehrere andere Staaten arbeiteten derzeit an der Herstellung eines lokalen Impfstoffs.

Südafrika kämpft gegen Korruption

Jwara kritisierte das aus seiner Sicht sehr langsame Impfprogramm in seiner Heimat. Vorsichtige Hoffnung hege er hingegen, im Bezug auf Südafrikas Kampf gegen Korruption. "Zufrieden" sei er zwar erst, wenn alle Nutznießer von Vetternwirtschaft festgenommen seien. "Aber zumindest sehen wir Anzeichen, dass endlich etwas passiert."

Jwara wurde Anfang Juni von Papst Franziskus zum neuen Erzbischof von Durban ernannt. Damit folgt er auf Kardinal Wilfrid Fox Napier (80), der dem Erzbistum am Indischen Ozean seit 1992 vorstand. Seine Ernennung kam für viele als Überraschung, da eigentlich Bischof Abel Gabuza Napier nachfolgen sollte. Der 65-Jährige starb allerdings im Januar an den Folgen einer Covid-Infektion.

Quelle:
KNA
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