Oberkirchenrätin zeigt sich dankbar für Hochwasser-Spenden aus Afrika

Hohe Sensibilität für solche Situationen

Die rheinische Oberkirchenrätin Barbara Rudolph hat sich dankbar für die Solidarität afrikanischer Kirchen mit den deutschen Hochwasser-Opfern gezeigt. Bereits kurz nach dem Unwetter hatten afrikanische Kirchen mehr als 20.000 Euro gespendet.

Symbolbild Spende / © Andrei Korzhyts (shutterstock)

"Es hat mich ungeheuer berührt, dass afrikanische Partnerkirchen als allererstes reagiert haben", sagte die Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) dem Evangelischen Pressedienst (epd). 14 afrikanische Mitgliedkirchen der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) hatten nur wenige Tage nach dem Unwetter mehr als 20.000 Euro gespendet. Mit dem Geld soll die Nothilfe der Evangelischen Kirchen im Rheinland und von Westfalen unterstützt werden, deren Gemeinden von der Hochwasserkatastrophe erheblich betroffen sind.

Hohe Sensibilität für Situation bei Kirchen aus Krisenregionen

Gerade die Kirchen in besonderen Krisenregionen wie Ruanda, Kongo oder Botsuana, hätten am schnellsten reagiert, sagte Rudolph. Es gebe bei den afrikanischen Partnern eine hohe Sensibilität für solche Situationen. "Kirchen aus Regionen, die immer wieder Krisen durchleben, wissen was dann schnell nötig ist, nämlich Solidarität und materielle Unterstützung", sagte sie.

Befremden darüber, dass Kirchen aus ärmeren Ländern Geld ins reiche Deutschland schickten, kann Rudolph nicht nachvollziehen. "Wir haben in Deutschland das seltsame Bild, dass die Afrikaner immer nur die Armen sind", kritisierte die Oberkirchenrätin. "Ich wünsche mir, dass durch die solidarische Spende der afrikanischen Kirchen für die Hochwasser-Opfer das Klischee einer Einbahnstraße des Gebens gesprengt wird."

In der Not bei den Menschen

Afrikaner seien sehr wohl in der Lage, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Unterstützung zu leisten, betonte Rudolph. Die afrikanischen Kirchen täten das, was eine Kirche in einer solchen Situation immer tun sollte: "In Not bei den Menschen zu stehen, die das brauchen." Angesichts der desolaten Lage in den Hochwassergebieten, sei jede Hilfe willkommen, betonte die Theologin. "Ich kann im Moment nur sagen: Wir freuen uns über jeden Euro, der kommt."

Die Vereinte Evangelische Mission mit Hauptsitz in Wuppertal und Regionalbüros in Indonesien und Tansania ist eine internationale Gemeinschaft von 32 evangelischen Kirchen in Afrika und Asien sowie sechs EKD-Kirchen und den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Deutschland. Bereits kurz nach der Katastrophe hatte die VEM insgesamt 45.000 Euro als Soforthilfe für die Opfer der Unwetterkatastrophe bereitgestellt. Mehr als 20.000 Euro davon kamen aus 14 afrikanischen VEM-Mitgliedskirchen in Botsuana, der Demokratischen Republik Kongo, Kamerun, Ruanda, Südafrika und Tansania.

Autor/in:
Claudia Rometsch
Quelle:
epd