79 Prozent der Polen kritisieren Papst-Aussage zur Nato

Daumen runter

Fast 79 Prozent der Polen kritisieren Äußerungen von Papst Franziskus über eine mögliche Mitverantwortung der Nato für Russlands Einmarsch in die Ukraine. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage einer polnischen Zeitung.

Papst Franziskus / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

In einer Umfrage der Warschauer Zeitung "Rzeczpospolita" (Donnerstag) werteten 52,8 Prozent der Polen die Worte des Papstes als "eindeutig schlecht" und 25,8 Prozent als "eher schlecht". Nur 1,5 Prozent bezeichneten sie als "eindeutig gut" und 6,2 als "eher gut". Die übrigen Befragten gaben keine Urteil ab.

Polnische Pilger auf dem Petersplatz mit polnischen Fahnen / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Polnische Pilger auf dem Petersplatz mit polnischen Fahnen / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Franziskus hatte in einem italienischen Zeitungsinterview gesagt, vielleicht habe "das Bellen der Nato an Russlands Tür" Kreml-Chef Wladimir Putin veranlasst, den Konflikt auszulösen.

Das polnische Meinungsforschungsinstitut IBRiS spitzte das in seiner Umfrage zu und sprach davon, der Papst habe die Nato für den Ukraine-Konflikt verantwortlich gemacht.

Religiosität wegen Papst-Worten abgenomen

85 Prozent der Polen meinten demnach, die Aussage von Franziskus habe keinen Einfluss auf ihre Religiosität. 9 Prozent sagten dagegen, ihre Religiosität habe wegen dieser Papstworte abgenommen.

In einer Umfrage für das Online-Portal "Wirtualna Polska" beurteilten zuvor bereits fast 75 Prozent der Polen die Haltung des Papstes zu Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine negativ.

Hintergrund: Debatte um Papst-Äußerungen

In einem Interview der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" hatte der Papst zu bedenken gegeben, vielleicht habe "das Bellen der Nato an Russlands Tür" Wladimir Putin dazu gebracht, den Konflikt auszulösen.

Dieser Konflikt sei von außen geschaffen worden. Er könne nicht sagen, ob es richtig sei, die Ukraine jetzt mit Waffen zu versorgen, so Franziskus weiter. Zugleich hatte er in dem Interview den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. kritisiert. Dieser dürfe sich "nicht zum Messdiener Putins machen".

Papst Franziskus
  / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA