"Sinterklaas" mit seinem Helfer "Zwarter Piet"
"Sinterklaas" mit seinem Helfer "Zwarter Piet"

04.10.2018

"Zwarter Piet" nur mit Ruß im Gesicht beim Sinterklaas-Umzug Wandel wegen Rassismusvorwurf

Zugeständnis nach Rassismusvorwurf: Beim nationalen Sinterklaas-Umzug in den Niederlanden am 17. November wird der "Zwarte Piet" in diesem Jahr nicht schwarz geschminkt, sondern nur mit Ruß im Gesicht zu sehen sein.

Tradition und Wandel gingen Hand in Hand, teilte der öffentlich-rechtliche Sender NTR mit. "Die Pieten haben Ruß im Gesicht, weil sie durch den Schornstein gekommen sind", so NTR. Einige Pieten hätten mehr, andere weniger rußverschmierte Gesichter. Zudem sollen die Begleiter des Nikolaus keinen goldenen Ohrring mehr tragen.

Der "Zwarte Piet", traditionell und klischeehaft als Schwarzafrikaner dargestellt, ist in den vergangenen Jahren immer stärker in die Schlagzeilen geraten. Kritiker halten das Bild eines dunkelhäutigen Gehilfen für rassistisch.

Grautöne

Auch in den Sinterklaas-Nachrichten für Kinder sollen nur Pieten mit Ruß im Gesicht zu sehen sein, so der Sender. "Wir sind uns der Rolle der Sinterklaas-Nachrichten in der Tradition des Nikolausfestes in den Niederlanden bewusst", so NTR. Als öffentlich-rechtlicher Sender sehe man sich verpflichtet, gesellschaftliche Entwicklungen im Programm zu reflektieren.

Diejenigen, die das Nikolausjournal Jahr für Jahr verfolgten, könnten erkennen, dass der Sender eine "allmähliche Veränderung" befürworte. NTR betont jedoch, dass sie sich nicht "aktiv" an der Diskussion über die Hautfarbe des "Zwarten Piet" beteiligen.

Der nationale Nikolausumzug findet am 17. November in Zaandijk nördlich von Amsterdam statt. Beim Sinterklaas-Umzug im vergangenen Jahr in Dokkum hatten sich die Veranstalter entschieden, die Pieten in 50 Grautönen zu pudern.

UN für Abschaffung des "Zwarten Piet"

Seit dem 15. Jahrhundert feiern die Niederländer das Sinterklaas-Fest. Der in Purpur und Gold gekleidete "Sinterklaas" wird begleitet vom "Zwarten Piet", der Süßigkeiten und Pfeffernüsse an die Kinder verteilt. Kritiker bemängeln, dass die Verkleidung des "Zwarten Pieten" an die Sklavenausbeutung in den niederländischen Karibik-Kolonien erinnert. Die Niederlande sind ein traditionelles Einwanderungsland für Surinamer, Malaien und Marokkaner.

Aus Sicht der Verfechter der "Zwarte Piet"-Tradition hat sich dieser als Helfer des heiligen Nikolaus bewährt, um den "guten Kindern" seit jeher Geschenke zu bringen und den bösen mit der Rute zu drohen. 2015 forderte ein UN-Gremium, den "Zwarten Piet" ganz abzuschaffen. (KNA)

(KNA)

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