Eine Mund-Nase-Schutzmaske auf dem Boden
Eine Mund-Nase-Schutzmaske auf dem Boden
Verena Bentele
Verena Bentele

29.12.2020

Sozialverband fordert Corona-Soforthilfe für Hartz-IV-Empfänger Mehrausgaben für Schutzmaßnahmen

Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele, fordert eine Soforthilfe von 100 Euro für Empfänger von Hartz IV. Ausgaben für Masken, Desinfektionsmittel oder Homeschooling für Kinder hätten zu finanziellen Engpässen geführt.

Auch könnten manche Hilfsorganisationen wie die Tafeln nur eingeschränkt arbeiten. Empfänger von Hartz IV seien in der Corona-Krise besonders belastet, sagte Bentele am Dienstag im Deutschlandfunk.

Für Familien, die Kinder verstärkt zu Hause betreuten, gebe es "immer noch keine ausreichenden Lösungen", sagte Bentele. Dies betreffe insbesondere Familien, die technisch nicht perfekt ausgestattet seien. Wenn der Lockdown noch länger anhalte, müsse dringend etwas geschehen.

Denkbar sei etwa, dass die Schulen Leihgeräte an bedürftige Familien ausgeben könnten. Diese Probleme dürften nicht den Familien allein überlassen werden, "um jetzt nicht die Spaltung der Gesellschaft noch größer werden zu lassen".

Auch in anderen Bereichen brauche es Nachbesserungen, mahnte Bentele. So komme die Gruppe der pflegenden Angehörigen beim Start der Impfkampagne zu kurz: "An die wird gerade deutlich weniger gedacht als zum Beispiel an die Pflegekräfte in Einrichtungen". Dabei würden drei Viertel der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt.

Auch vielen Rentnern geht es finanziell nicht gut

Auch Rentnern mit geringen Einkommen gehe es finanziell nicht gut. Für sie seien etwa 450-Euro-Jobs als Zusatzeinkommen weggebrochen, sagte Bentele. Sie wünsche sich über die aktuellen Hilfen hinaus auch ein Nachdenken darüber, wie zum Beispiel Solo-Selbstständige in die Arbeitslosenversicherung integriert werden könnten. Man müsse darüber sprechen, wie die sozialen Sicherungssysteme nach der Krise aufgestellt werden sollen.

Kritik übte Bentele an der pauschalen Annahme, das Leben sei in Corona-Zeiten günstiger geworden, weil die Menschen weniger ausgingen. "Ich wohne jetzt in München, und wenn ich einen Kaffee trinken gehe, kostet der mich fast vier Euro. Und das würde jemand, der Grundsicherung bezieht, sowieso kaum machen."

(KNA)

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