Die Gemeinschaft Sant'Egidio appelliert gegen ein selektives Gesundheitswesen
Die Gemeinschaft Sant'Egidio appelliert gegen ein selektives Gesundheitswesen

22.05.2020

Alte Menschen nicht für andere opfern Corona-Appell von Sant'Egidio

Die Gemeinschaft Sant'Egidio hat ein selektives Gesundheitswesen kritisiert, das in vielen Ländern angesichts der Corona-Krise Ältere zu Menschen zweiter Klasse mache. "Der Wert des Lebens muss gleich für alle bleiben", heißt es in einer Forderung.

Mit einem Appell gegen ein selektives Gesundheitssystem hat sich die Gemeinschaft Sant'Egidio an die Öffentlichkeit gewandt. "In der Covid-19-Pandemie sind die alten Menschen in vielen europäischen Ländern wie auch anderswo in Gefahr. Die dramatischen Zahlen der Toten in Heimen lassen uns schaudern", erklärte die katholische Laienbewegung am Donnerstagabend in Würzburg.

Man sei "besonders besorgt über die traurigen Geschichten des Hinsterbens alter Menschen in Heimen", heißt es. "Dies alles wäre nicht geschehen, wenn nicht die Idee um sich greifen würde, dass es möglich sei, ihr Leben zugunsten anderer zu opfern", teilten die Erstunterzeichner des internationalen Appells mit. Zu ihnen gehören neben anderen Andrea Riccardi, Historiker und Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio, der deutsche Philosoph Jürgen Habermas und Romano Prodi, ehemaliger italienischer Ministerpräsident und ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission.

Leben von Alten zweitrangig

In vielen Ländern tauche ein gefährliches Modell auf, das sich für ein selektives Gesundheitswesen ausspreche, in dem das Leben von alten Menschen als zweitrangig betrachtet werde, kritisierten sie. Sich damit abzufinden, sei menschlich und rechtlich inakzeptabel. Die demokratische und humanitäre Ethik seien darauf gegründet, keinen Unterschied zwischen Menschen zu machen. "Diese Prinzipien finden sich in einer religiösen Sicht des Lebens, aber auch in den Menschenrechten und im ärztlichen Ethos."

Alle notwendigen Energien müssten investiert werden, um die größte Zahl an Leben zu retten und den Zugang zur Behandlung für alle zu ermöglichen, forderten die Erstunterzeichner. "Der Wert des Lebens muss gleich für alle bleiben. Wer das zerbrechliche und schwache Leben der Älteren abwertet, bereitet einer Entwertung jeden Lebens den Weg."

(epd)

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