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5 Jahre Enzyklika "Laudato si"
Deutsche Ausgabe der Enzyklika "Laudato si"
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Bischof Stefan Oster
Bischof Stefan Oster
Der ernannte Augsburger Bischof Bertram Meier
Der ernannte Augsburger Bischof Bertram Meier
Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzender des Bischöflichen Hilfswerks Misereor
Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzender des Bischöflichen Hilfswerks Misereor
Pater Michael Heinz
Pater Michael Heinz

25.05.2020

Stimmen von Kirchenvertretern und Hilfswerken zu fünf Jahren "Laudato si" Umweltschutz "vom Katzentisch weg"

Zum fünften Jahrestag der Umweltenzyklika "Laudato si" haben Kirchenvertreter und Hilfswerke in Deutschland die Botschaft von Papst Franziskus gewürdigt. Neben der Bewahrung der Schöpfung wird auch der soziale Aspekt der Enzyklika hervorgehoben.

Nach den Worten des Passauer Bischofs Stefan Oster zeigt der Papst, wie Liebe zum Menschen und zur Schöpfung zusammenhängen. Gott offenbare sich selbst auch in der Schönheit der Schöpfung, sagte Oster am Sonntag. Dies und die Tatsache, dass sehr häufig zuerst die Armen unter der Ausbeutung der Schöpfung leiden müssten, fordere die Menschen zu einem neuen Lebensstil auf, gerade auch in der Corona-Krise.

Ein "bis dahin eher vernachlässigtes Thema in der katholischen Kirche"

Der ernannte Augsburger Bischof Bertram Meier bezeichnete die Bewahrung der Schöpfung als ein "bis dahin eher vernachlässigtes Thema in der katholischen Kirche". Franziskus habe ihm einen neuen Platz gegeben, sagte Meier der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). "Damit hat er das Thema vom Katzentisch weggeholt." Die Enzyklika habe weltweit große Beachtung gefunden. Die Sprengkraft der Aussagen liege darin, die oft katastrophalen sozialen Folgen einer rücksichtslosen Ausbeutung der Natur aufzuzeigen. "Für Franziskus ist klar: Einsatz für die Umwelt und Option für die Armen sind miteinander verquickt."

So wie die Corona-Pandemie betreffe auch die ökologische Krise viele Menschen, erklärte Meier. Beide könnten nur durch eine gemeinsame Anstrengung bekämpft werden, wenn man die derzeitige Krise als vielleicht letzte Chance sehe, dafür zu sorgen, dass die Welt, die danach entstehe, nachhaltiger und gerechter sei.

Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel bezeichnete "Laudato si" als hochaktuell. Zudem unterstreiche das Schreiben in der Corona-Krise und bei der Frage ihrer Bewältigung "seine Bedeutung und Dringlichkeit", erklärte das katholische Hilfswerk am Samstag in Aachen.

Blick auf die Menschen

Spiegel lenkte den Blick auf indigene Bevölkerung. Diese würde kaum Zugang zu Intensivstationen, keine Beatmungsgeräte und keinen Sauerstoff bekommen. Die Pandemie bedrohe insgesamt Sicherheiten und hebe Ungerechtigkeiten hervor. Bildung, Gesundheitssysteme und Rohstoffe seien Güter, die nicht exklusiv sein sollten. Solche Gedanken des Papstes wirkten in Politik und soziale Bewegungen und beeinflussten die internationale Agenda.

"Der Wiederaufbau während und nach den Pandemie-Einschränkungen bieten eine Chance, um Produktionsmodelle und Konsumgewohnheiten an den Bedürfnissen der Verletzlichsten weltweit und der Schöpfung auszurichten, so wie es Papst Franziskus in 'Laudato si' gefordert hat", so Spiegel.

Der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Michael Heinz, sagte dem katholischen Kölner Internetportal DOMRADIO.DE, es gehe dem Papst "nicht nur um Umweltschutz und den Klimawandel, sondern auch um die Menschen". Er habe in Deutschland und Europa festgestellt, dass die Enzyklika ein "sehr großes Echo" hinterlassen habe. "Sie wurde interessanterweise nicht nur in der Kirche, sondern gerade auch außerhalb der Kirche sehr positiv aufgenommen." Die Kirchen hierzulande hätten sich insgesamt stark für den Klimaschutz engagiert.

(KNA)

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