Papst auf dem Rückweg nach Rom
Papst auf dem Rückweg nach Rom

15.09.2021

Papst äußert sich bei Rückflug zu umstrittenen Themen "Die Kirche kann die Sakramente nicht ändern"

Forderungen nach der Öffnung des Ehesakraments für Homosexuelle hat Papst Franziskus eine Absage erteilt. Seine Haltung in dieser Frage sei "ganz klar", sagte er am Mittwoch auf dem Rückflug von Bratislava nach Rom vor mitreisenden Journalisten.

Die Ehe sei ein Sakrament. "Und die Kirche kann die Sakramente nicht ändern", so das Kirchenoberhaupt. Dennoch hätten homosexuelle Paare Anspruch auf die pastorale Fürsorge der katholischen Kirche. Keinesfalls dürften Betroffene diskriminiert werden. Franziskus verwies zudem auf zivilrechtliche Möglichkeiten, die gleichgeschlechtlichen Paaren in vielen Ländern offenstünden, um ihr Zusammenleben abzusichern.

Papst Franziskus: "Abtreibung ist Mord"

Der Papst hat auf dem Rückflug seiner Slowakei-Reise Abtreibung verurteilt. "Abtreibung ist mehr als ein Problem, es ist Mord", sagte das 84 Jahre alte Oberhaupt der katholischen Kirche am Mittwoch vor Journalisten. Wissenschaftlich gesehen, handle es sich um ein menschliches Leben, sagte er weiter. "Wie soll man täglichen Mord akzeptieren?", fragte der Argentinier weiter. Deshalb sei die Kirche so hart bei diesem Thema.

Papst Franziskus hatte sich in der Vergangenheit bereits ablehnend zum Thema Abtreibung geäußert. Er nahm auch Bezug auf den Vorstoß US-amerikanischer Bischöfe, die Präsident Joe Biden wegen seiner Abtreibungspolitik die Kommunion verbieten wollen. Biden ist Katholik.

Franziskus erklärte, die Bischöfe sollten Bischöfe sein und pastoral mit der Sache umgehen. Wenn man nicht wie ein "Hirte" handle, würden solche Themen sofort zum Politikum. Franziskus war zuvor auf einer gut viertägigen Reise nach Budapest und in der Slowakei unterwegs. Am Mittwochnachmittag landete sein Flugzeug in Italiens Hauptstadt Rom.

Kommunion ist "keine Auszeichnung für perfekte Menschen"

Papst Franziskus hat Überlegungen eine Absage erteilt, Katholiken mit einer liberalen Haltung zur Abtreibungsfrage die Kommunion zu verweigern. "Die Kommunion ist keine Auszeichnung für perfekte Menschen", sagte das Kirchenoberhaupt am Mittwoch auf dem Rückflug von Bratislava nach Rom. Vielmehr handele es sich um ein "Geschenk".

In den Vereinigten Staaten hatten in den vergangenen Monaten Pläne der US-Bischöfe für ein Lehrschreiben zur "Eucharistie-Würdigkeit" zu einer Kontroverse geführt. Er kenne die Details zwar nicht genau, räumte Franziskus ein. Er halte aber nichts davon, aus der Kommunion ein Politikum zu machen. Schließlich gehe es um eine seelsorgliche Angelegenheit, die vom jeweils zuständigen Priester geklärt werden müsse.

Eindeutig äußerte sich der Papst zum Thema Abtreibung an sich. "Abtreibung ist Mord", sagte er - und bestätigte damit frühere Aussagen von ihm. Es sei niemals richtig, einen Menschen umzubringen, um ein Problem zu lösen, betonte der 84-Jährige.

Franziskus in Sorge wegen Impfskepsis

Papst Franziskus hat Unverständnis über eine weit verbreitete Corona-Impfskepsis geäußert. Selbst im Kardinalskollegium gebe es "einige Verweigerer", sagte er auf dem Rückflug von Bratislava nach Rom vor mitreisenden Journalisten. Einer sei erst kürzlich an Covid-19 erkrankt, so der Papst, ohne den betroffenen US-Kardinal Raymond Burke beim Namen zu nennen.

Viele Menschen hätten Angst vor den Corona-Impfstoffen, führte das Kirchenoberhaupt weiter aus. Dabei seien in der Medizingeschichte viele positive Erfahrungen mit neu entwickelten Präparaten gemacht worden. Als Beispiel nannte er die Polioimpfung, durch die unzählige Leben gerettet worden seien.

Dass nun in etlichen Ländern eine solch große Skepsis herrsche, bereite ihm Sorgen, sagte Franziskus. Darüber müsse ernsthaft diskutiert werden, um eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern. Im Vatikan indes seien - bis auf ganz wenige Ausnahmen - alle Personen geimpft.

(KNA, dpa)

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