Ein Angehöriger der uigurischen Minderheit in China geht vorbei an chinesischen Sicherheitskräften
Ein Angehöriger der uigurischen Minderheit in China geht vorbei an chinesischen Sicherheitskräften
Papst Franziskus
Papst Franziskus

24.11.2020

Papst verstimmt China mit Äußerung zu verfolgten Uiguren Verfolgte Völker

Mit einer Erwähnung der Uiguren als verfolgte Minderheit hat Papst Franziskus Kritik aus China auf sich gezogen. Unter anderem konkrete Hilfe für verfolgte Gruppen fordert er in seinem neuen Buch.

In einem Anfang Dezember erscheinenden Buch spricht Franziskus von "armen Uiguren" in einer Reihe mit Rohingya und Jesiden, die er als "verfolgte Völker" bezeichnet.

Ein Sprecher des chinesischen Außenministerium, Zhao Lijian, wies diese Einordnung am Dienstag als "völlig haltlos" zurück.

Gleichberechtigte Minderheiten

Es ist das erste Mal, dass sich das katholische Kirchenoberhaupt zu den in Umerziehungslagern internierten muslimischen Uiguren äußert.

Zhao sagte beim täglichen Pressebriefing laut internationalen Medien, die Uiguren seien eine gleichberechtigte Minderheit. Angehörige aller ethnischen Gruppen in China genössen volle Rechte für ihren Fortbestand, Entwicklung und Religionsfreiheit.

Auf die von zahlreichen Regierungen und Menschenrechtsgruppen kritisierten Internierungslager ging er nicht ein.

Erste Äußerung des Papstes

Der Papst und offizielle Vatikanstellen vermieden bislang jede Stellungnahme zur Lage der Uiguren wie auch zur Demokratiebewegung in Hongkong.

Der Heilige Stuhl bemüht sich seit Jahren um eine diplomatische Annäherung an China. Im Oktober erneuerte er ein vor zwei Jahren geschlossenes Abkommen mit Peking, das einvernehmliche Bischofsernennungen in China regelt.

Wege aus der globalen Krise

In seinem aktuellen Buch beschreibt Franziskus Wege aus der globalen Krise und fordert dabei konkrete Hilfe für verfolgte Gruppen.

Auf Deutsch erscheint der Band unter dem Titel "Wage zu träumen!" am 4. Dezember.

(KNA)

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