Papst Franziskus feiert die Messe in der Kirche Santo Spirito
Papst Franziskus feiert die Messe in der Kirche Santo Spirito
Papst Franziskus feiert die Messe in der Kirche Santo Spirito
Papst Franziskus feiert die Messe in der Kirche Santo Spirito
Papst Franziskus (l.) feiert die Messe in der fast menschenleeren Kirche Santo Spirito in Sassia
Papst Franziskus (l.) feiert die Messe in der fast menschenleeren Kirche Santo Spirito in Sassia

19.04.2020

Papst Franziskus kritisiert "Virus des gleichgültigen Egoismus" "Denken wir nicht nur an unsere eigenen Interessen"

​Mit einem Gottesdienst außerhalb des Vatikan hat Papst Franziskus inmitten der Corona-Krise ein besonderes Zeichen gesetzt. In seiner Predigt warnte er am "Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit" vor einer Bedrohung, die schlimmer sei als die Corona-Seuche.

"Das Virus eines gleichgültigen Egoismus" schleiche sich ein, sagte Franziskus in der römischen Kirche Santo Spirito in Sassia. Die Kirche ist besonders mit der Verehrung der polnischen Ordensfrau Faustina Kowalska (1905-1938) verbunden. Auf deren Vision des "Jesus der Göttlichen Barmherzigkeit" geht der von Johannes Paul II. im Jahr 2000 eingeführte Themensonntag zurück. Er wird jeweils eine Woche nach Ostern begangen. Die 1993 heiliggesprochene Mystikerin fand mit ihrer Frömmigkeit weite Popularität, vor allem in Polen.

Warnung vor Egoismus

Ursprünglich sollte Franziskus die Messe auf dem Petersplatz zelebrieren. Wegen der gegenwärtigen Seuchengefahr fand sie ohne öffentliche Teilnahme in dem Gotteshaus nahe dem Vatikan statt. Das Ereignis wurde über mehrere TV-Kanäle sowie als Livestream im Internet übertragen.

Das Kirchenoberhaupt nahm den Gedenktag zum Anlass, auf all jene aufmerksam zu machen, die angesichts der Pandemie auf der Strecke zu bleiben drohten. Während viele bereits das Ende der Krise im Blick hätten, schleiche sich die Gefahr ein, "dass man diejenigen vergisst, die zurückgeblieben sind". Es beginne mit der Idee, "dass das Leben besser wird, wenn es besser wird für mich". Und schließlich fange man an, "Menschen auszuwählen, die Armen auszusondern und diejenigen auf dem Altar des Fortschritts zu opfern, die dahinter zurückbleiben".

Franziskus: "Ungleichheit beseitigen"

Diese Pandemie erinnere jedoch daran, dass es keine Unterschiede und keine Grenzen zwischen den Betroffenen gebe, mahnte Franziskus. "Es ist an der Zeit, die Ungleichheit zu beseitigen, die Ungerechtigkeit zu heilen, die die Gesundheit der gesamten Menschheit bedroht."

Der Papst forderte dazu auf, von der ursprünglichen christlichen Gemeinschaft zu lernen, wie sie in der Apostelgeschichte beschrieben werde. Diese habe alles geteilt und jedem so viel gegeben, "wie er nötig hatte". Das sei keine Ideologie. "Das ist Christentum", betonte Franziskus. "Denken wir nicht nur an unsere eigenen Interessen." Die aktuelle Notlage sei ein Anlass, um für alle eine gute Zukunft vorzubereiten. "Denn ohne eine gemeinsame Vision wird es für niemanden eine Zukunft geben." Eine neue Welt könne nur durch Barmherzigkeit gegenüber den Schwächeren entstehen.

Papst gratuliert zum Osterfest der Ostkirchen

Papst Franziskus hat den Christen der Ostkirchen zu ihrem Osterfest gratuliert. "Ich grüße die Brüder und Schwestern der Ostkirchen, die heute Ostern feiern", sagte Franziskus am Sonntag beim Mittagsgebet in der römischen Kirche Santo Spirito in Sassia. Besonders freue er sich über die katholischen Gemeinden des Ostens, die das Fest aus ökumenischer Verbundenheit gemeinsam mit den orthodoxen Kirchen begingen. Diese Brüderlichkeit spende auch dort Trost, wo Christen eine kleine Minderheit seien. Gerade angesichts der Corona-Pandemie "fühlen wir, was für ein großes Geschenk die Hoffnung ist, mit Christus auferstanden zu sein", so der Papst.

Alexander Pitz
(KNA)

Die neue App von DOMRADIO.DE

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Tageskalender

Radioprogramm

 20.04.2021
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Impfzentrum in Essener Pfarrei
  • Corona und Menschen in prekärer Lage
  • Kanzlerkandidatur von Grüne und Union
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Woche für das Leben: Leben im Sterben - Wie kann das gehen?
  • Laschet vs. Söder - welche Rolle spielt ihre religiöse Pragung?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Woche für das Leben: Leben im Sterben - Wie kann das gehen?
  • Laschet vs. Söder - welche Rolle spielt ihre religiöse Pragung?
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Kandidatenkür der Parteien: wie sehen die katholischen Verbände die Wahl?
  • Super League: warum die Fans so verärgert sind
16:00 - 16:10 Uhr

Durchatmen

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Kandidatenkür der Parteien: wie sehen die katholischen Verbände die Wahl?
  • Super League: warum die Fans so verärgert sind
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Essener Pfarrei wird zum Impfzentrum
  • Corona und Menschen in prekärer Lage
  • Leben im Sterben - Wie kann das gehen?
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Himmelklar Podcast

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!