Juden in Frankfurt
Juden in Frankfurt
Charlotte Knobloch
Charlotte Knobloch
WJC-Präsident Ronald S. Lauder
WJC-Präsident Ronald S. Lauder
Antisemitismus-Beauftragter warnt vor BDS-Bewegung
Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung: Felix Klein

26.10.2019

Reaktionen auf neue Studie zu wachsendem Antisemitismus Besorgniserregende Daten

Nach der jüngsten Studie zu wachsendem Antisemitismus in Deutschland haben sich Vertreter der jüdischen Gemeinschaft und der Bundesregierung alarmiert gezeigt. Die Umfrage hatte ergeben, dass jeder vierte Bundesbürger antisemitisch denke.

Es gebe allen Anlass, sich zu fragen, "ob Deutschland sich wirklich von seiner schwierigen Vergangenheit gelöst hat", so der Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Ronald S. Lauder. Einen "neuen Höhepunkt" des Antisemitismus sieht der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, bezeichnete die Ergebnisse als wenig überraschend.

Die repräsentative Umfrage hatte ergeben, dass 27 Prozent aller Deutschen und 18 Prozent einer als "Elite" kategorisierten Bevölkerungsgruppe antisemitische Gedanken hegen. 41 Prozent der Deutschen sind demnach der Meinung, Juden redeten zu viel über den Holocaust. Der WJC ist der Dachverband jüdischer Gemeinden und Organisationen aus mehr als 100 Ländern.

Bildung gegen Antisemitismus

Lauder nannte in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitag) als Antrieb für den "gefährlichen Trend" die politische Rechte, die "den Juden" für alles verantwortlich mache. Dann gebe es noch einen "radikalen muslimischen Antizionismus", der sich auf vielen Feldern "mit dem traditionellen Antizionismus einer extremen Fraktion der deutschen Linken deckt".

Dass der Antisemitismus ansteige, hänge auch mit einem Mangel an Bildung zusammen, so Lauder. "Bildung muss ein wichtiger Faktor im Kampf gegen Antisemitismus sein." Lauder schreibt, er sehe auch "deutliche Rückstände bei Polizei und Justiz. Der WJC dringe auf eine Kampagne zur Bekämpfung von Antisemitismus. Dabei solle man sich auf Bildung konzentrieren sowie auf eine stärkere Vernetzung von Akteuren und der Gesellschaft - "jenseits aller Ideologien und Religionen".

Knobloch erklärte, der Judenhass und "damit auch die latente Bedrohung für das jüdische Leben in unserem Land" seien nie ganz verschwunden gewesen - "im Gegenteil hat beides in den vergangenen Jahren wieder spürbar zugenommen". Positiv sei aber, dass die Studie auch eine wachsende Bereitschaft zum Eintreten gegen Antisemitismus zeige.

"Hemmschwellen sind gesunken"

Auch Klein sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass der Antisemitismus in bürgerlichen Kreisen immer vorhanden gewesen sei. "Doch heute äußern sich die Menschen offener. Die Hemmschwellen sind gesunken, zum Beispiel durch die Verbreitung von Hass und die Verrohung im Internet." Es sei "skandalös", dass viele Verfahren zu antisemitischen Straftaten von den Staatsanwaltschaften eingestellt würden. Die Gerichte müssten Antisemitismus stärker ahnden.

Israels Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, bezeichnete die Daten als besorgniserregend. Sie sollten jeden Bürger beunruhigen, "der dem Fortbestand der deutschen Demokratie und der Toleranz verpflichtet ist", sagte er der Funke Mediengruppe. "Wir hoffen und erwarten, dass die deutschen Behörden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Erscheinungsformen des Antisemitismus zu beseitigen."

 

(KNA)

Die neue App von DOMRADIO.DE

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Tageskalender

Radioprogramm

 01.03.2021
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Kommen bald Corona-Lockerungen?
  • Was, und wie, wenn ohne Gott? Tagung beschäftigt sich mit Kirchenaustritten
  • Neues Buch von Doris Reisinger: "Nur die Wahrheit rettet"
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Kommen bald Corona-Lockerungen?
  • Was, und wie, wenn ohne Gott? Tagung beschäftigt sich mit Kirchenaustritten
  • Neues Buch von Doris Reisinger: "Nur die Wahrheit rettet"
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Der Garten als Kraftquelle
  • Heute ist der "Equal care day"
  • Pilgern digital - mit einer neuen App der Jesuiten
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Der Garten als Kraftquelle
  • Heute ist der "Equal care day"
  • Pilgern digital - mit einer neuen App der Jesuiten
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Pilgern in Coronazeiten
  • Christliche Friseurin - ab heute darf sie wieder!
  • Was und wie, wenn ohne Gott?
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Himmelklar Podcast

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!