Symbolbild: Pleite
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19.02.2018

Finanzsituation des Erzbistums Hamburg Experten wenden sich an Deutsche Bischofskonferenz

Das Erzbistum Hamburg steckt tief in den roten Zahlen. Mehrere katholische Experten machen dafür auch andere Bistümer mitverantwortlich. In einem offenen Brief an die Deutsche Bischofskonferenz sprechen sie von Pflichtverletzungen.

Zum Auftakt der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz fordern vier Hamburger Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte finanzielle Unterstützung für das wirtschaftlich angeschlagene Erzbistum Hamburg.

Die Gründung des Erzbistums im Jahr 1995 sei unter Außerachtlassung grundlegender Sorgfaltspflichten erfolgt, schreiben sie in einem am Sonntagabend veröffentlichten Brief an den Konferenz-Vorsitzenden Kardinal Reinhard Marx. Daher trügen die anderen deutschen Diözesen eine Mitverantwortung für die aktuelle Krise, insbesondere Hamburgs Vorgänger-Diözesen, das Bistum Osnabrück und das Bistum Hildesheim.

"Seit der Gründung unterfinanziert"

Die Verfasser bemängeln das Fehlen einer ordnungsgemäßen Eröffnungsbilanz bei der Bistumsgründung. Es sei davon auszugehen, dass das Erzbistum bereits bei seiner Gründung 1995 unterfinanziert oder möglicherweise sogar bereits überschuldet gewesen war. "Insbesondere auch vor diesen Hintergründen sehen wir die katholische Kirche insgesamt, besonders aber auch die vermögenden deutschen Bistümer in der Pflicht, dem Erzbistum Hamburg beizustehen", so die Verfasser, die sich selbst als engagierte und gläubige Katholiken bezeichnen.

Das Erzbistum Hamburg ist nach eigenen Angaben um rund 79 Millionen Euro überschuldet. Ende Januar kündigte die Diözese an, aufgrund der prekären wirtschaftlichen Lage bis zu 8 ihrer 21 katholischen Schulen zu schließen. Die Entscheidung sorgt nach wie vor für zahlreiche Proteste. Die finanzielle Situation des Erzbistums Hamburg könnte Thema bei der Vollversammlung der Bischofskonferenz werden, die bis Donnerstag in Ingolstadt tagt.

(KNA)

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