Wahl mit Hilfe des Heiligen Geistes
Wahl mit Hilfe des Heiligen Geistes

04.06.2017 - 09:50

Kirche2Go: Pfingsten Geburtstag der Kirche

Pfingsten bedeutet "der Fünfzigste". Genauer gesagt: der 50. Tag nach der Auferstehung Jesu. Weil an diesem Tag Entscheidendes passierte, gilt Pfingsten als Geburtstag der Kirche.

Laut der biblischen Apostelgeschichte waren die Jünger Jesu an diesem Tag alle versammelt, aber zurückgezogen hinter verschlossenen Türen - und verängstigt: Das Ereignis von Tod und Auferstehung ihres Herrn hatte doch eher Verwirrung und Erstarrung bei ihnen ausgelöst. Und mitten hinein in dieses Dunkel soll der Heilige Geist gekommen sein, wie es in der Apostelgeschichte heißt: "Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt." (Apg 2,2+4)

Der Heilige Geist – Energie, die von Gott kommt

Schon Jesus hatte das Kommen dieses geheimnisvollen Heiligen Geistes angekündigt, doch was genau damit gemeint war, blieb im Unklaren. Das Wort, das Jesus im Aramäischen für den Heiligen Geist benutzt, bedeutet genau genommen: Atmung, Hauchung, heilige Hauchung. Der katholische Pfarrer Gerhard Dane nennt den Heiligen Geist darum auch "die Energie, die von Gott kommt".

Jesus hatte gegenüber seinen Jüngern auch vom Beistand gesprochen. Die Bibel versucht in Bildern die Erfahrung dieser göttlichen Energie zu beschreiben: Da ist von Feuerzungen die Rede, die sich auf den Jüngern niederlassen, und die Jünger beginnen dann plötzlich in allen Sprachen zu reden. Pfarrer Gerhard Dane sagt: "Wenn ganz einfache Leute glühend sprechen und Begeisterung rüberkommt, ist das auch ein sehr schönes Bild: Der spricht mit feuriger Zunge, heißt es dann. Da kommt etwas an, das steckt mich an."

Erkennungszeichen des Geistes: Aus Zweifel wird Gewissheit

Und tatsächlich: An dieser Ansteckung und an dem was dann passiert, lässt sich das Da-Sein des Heiligen Geistes möglicherweise am besten erkennen. Plötzlich ist da nicht mehr die Erstarrung sondern der Aufbruch, nicht mehr der Zweifel sondern die Gewissheit. Denn "was ist aus diesem verängstigten Häuflein der ersten Freunde Jesu geworden? Mit welcher Begeisterung, mit welchem Mut und welcher Kraft gingen die plötzlich rund um das Mittelmeer, erzählten überall von dem angeblich Toten. Und diese Erfahrung, was da plötzlich in denen steckte, was aus denen herausbrauch, die nannten sie die Heilige Hauchung. So ist das Fest entstanden." (Pfarrer Dane)

Darum nennt man Pfingsten auch den Geburtstag der Kirche. Denn das Geist-Erlebnis war der Startschuss für das Unternehmen Christentum. Seit dem Pfingsttag wächst die Gemeinschaft der Menschen, die an Jesus Christus glauben. Aus dem kleinen Kreis der Apostel wurde eine weltumspannende Gemeinschaft. Die ersten Jüngern wurden zu be-Geist-erten Zeugen, bei denen man den Heiligen Geist spüren konnte. Und dann spürten auch andere Menschen diese göttliche Energie und das hält bis heute an: Pfarrer Gerhard Dane bringt die ganze Frage nach Pfingsten und dem Heiligen Geist so auf den Punkt: "Dass es diesen Verein namens Kirche nach 2000 Jahren immer noch gibt – wie will man das anders erklären, als durch eine Energie, die über unsere hinausgeht? Das ist ein Wunder. Also ich sage ohne zu zögern: Pfingsten ist der Dauerzustand der Kirche – mal mehr, mal weniger spürbar."

Der Geist weht wo er will – auch außerhalb der Kirche?

Mal mehr, mal weniger. Aber: die Kirche beruft sich auf diesen Geist und vertraut auf die Zusage Jesu, der den Geist als Beistand bezeichnete, der die zurückgelassene Herde führen wird, weil es Gottes Geist sei (vgl. Johannes 14).

Und der, da ist sich Pfarrer Dane sicher, wirkt nicht nur in der Kirche, der kann überall spürbar sein: "Alle Menschen die sich z.B. für die Schöpfung einsetzen, für den Frieden, oder die bis zum geht nicht mehr Nächstenliebe praktizieren – ob das Christen sind oder nicht: wir dürfen überall den Energiestrom des Schöpfers erahnen."