Salman Rushdie

Schriftsteller Salman Rushdie  / © Frank Franklin II (dpa)

Der britisch-indische Schriftsteller Salman Rushdie gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Literaten. Aufgrund seines Romans "Die Satantischen Verse", durch den sich fundamentalistische Muslime beleidigt fühlten, wurde 1989 gegen ihn eine Fatwa verhängt, ein Todesurteil.

Geboren wurde Salman Rushdie am 19. Juni 1947 in Bombay (Indien). Er studierte Geschichte in Cambridge und arbeitete zeitweise als Journalist und Werbetexter sowie am Theater. Sein Erstlingswerk "Grimus" (1975) war noch wenig erfolgreich. 1981 gelang ihm mit "Mitternachtskinder" der internationale Durchbruch. Er wurde dafür mit dem Man-Booker-Preis (1981) ausgezeichnet.

1988 erschien sein Roman "Die satanischen Verse". In den Alpträumen eines der Protagonisten spiegelt sich das Leben des Propheten Mohammed. Das teils satirische Buch war Grund für die Fatwa des iranischen geistlichen Oberhaupts Ayatollah Khomeini am 14. Februar 1989. Das Werk sei "gegen den Islam, den Propheten und den Koran", hieß es. Muslime in aller Welt waren zur Vollstreckung aufgerufen.

Salman Rushdie musste sich an wechselnden Wohnorten im Versteck leben. Das Buch fand indes weltweit Verbreitung; Drohungen und Anschläge gegen Verlage verhinderten seinen Erfolg nicht. Trotz Fatwa kam Rushdie später wieder ohne Leibwächter aus und wurde nicht mehr rund um die Uhr bewacht.

Rushdie macht immer wieder auf Gefahren aufmerksam, die von religiösem Fundamentalismus ausgehen, und tritt für Meinungsfreiheit ein. Queen Elisabeth II. erhob ihn 2007 in den Ritterstand. Heute lebt Salman Rushdie vor allem in New York.

Rushdie war Mitte August 2022 bei einer Veranstaltung im US-Bundesstaat New York von einem Mann angegriffen und schwer verletzt worden - er ist seitdem auf einem Auge blind. Selbst Monate nach dem Attentat litt Rushdie noch immer körperlich und mental. "Ich fand es sehr, sehr schwierig zu schreiben. Ich setze mich hin, um zu schreiben, und nichts passiert. Ich schreibe, aber es ist eine Kombination aus Leere und Schrott, Sachen, die ich schreibe und die ich am nächsten Tag wieder lösche. Ich bin noch nicht aus diesem Wald heraus, wirklich", sagte der 75-Jährige dem Magazin "New Yorker". 

Auch das Schlafen falle ihm nicht immer leicht, sagte Rushdie weiter. "Es gab Alpträume – nicht genau der Vorfall, aber einfach beängstigend." Ihm gehe es ansonsten aber gut, so Rushdie. Er könne aufstehen und herumlaufen. Das Tippen falle ihm schwer, weil er das Gefühl in einigen Fingern verloren habe. Es sei ein "kolossaler Angriff" gewesen.(epd/dpa, 2022)

Quelle:
dpa , epd