Papst Leo XIV. gründet Vatikan-Kommission zu Künstlicher Intelligenz

Soziale Frage des 21. Jahrhunderts

Papst Leo XIV. sieht in der künstlichen Intelligenz große Chancen, warnt aber zugleich vor Risiken. Eine neue Vatikan-Kommission soll sich deshalb mit den ethischen Fragen rund um KI und den Schutz der Menschenwürde befassen.

Papst Leo XIV. winkt aus dem Papamobil / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. winkt aus dem Papamobil / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. setzt das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ganz oben auf die Vatikan-Agenda. Dazu genehmigte er eine eigene KI-Kommission, an der sieben vatikanische Behörden und Institutionen beteiligt sind, wie es in einem am Samstag veröffentlichten sogenannten "Rescriptum" zur Einsetzung der "Interdikasterialen Kommission für Künstliche Intelligenz" heißt.

Geschaffen wurde sie angesichts der Entwicklung des Phänomens KI in den letzten Jahrzehnten, der jüngsten Beschleunigung seiner allgemeinen Anwendung und seiner potenziellen Auswirkungen auf den Menschen und die Menschheit als Ganzes, hieß es. Auch gehe es um die Sorge der Kirche um die Würde jedes Menschen.

Richtlinien für den Einsatz von KI

Ziel der koordinierenden Institution ist es, die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch der Mitglieder bei Aktivitäten und Projekten im Bereich der KI zu fördern, auch mit Blick auf Richtlinien für deren Einsatz beim Heiligen Stuhl, so der Vatikan. Koordiniert wird die Kommission zunächst für ein Jahr vom Präfekten der Vatikanbehörde für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, Kardinal Michael Czerny. 

Neben Czernys Behörde entsenden die Dikasterien für die Glaubenslehre, für Kultur und Bildung sowie für Kommunikation Vertreter in das Gremium, ebenso wie die drei Päpstlichen Akademien für das Leben, der Wissenschaften und der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften. Papst Leo XIV. lässt in seinen Reden kaum eine Gelegenheit aus, um auf Chancen, vor allem aber auf Risiken der Künstlichen Intelligenz hinzuweisen. Es wird spekuliert, dass das Thema KI, eine umwälzende soziale Frage des 21. Jahrhunderts, Gegenstand seiner ersten Enzyklika sein könnte.

Was ist Künstliche Intelligenz?

Der Begriff Künstliche Intelligenz (KI) wurde vor mehr als 60 Jahren geprägt durch den US-Informatiker John McCarthy. Er stellte einen Antrag für ein Forschungsprojekt zu Maschinen, die Schach spielten, mathematische Probleme lösten und selbstständig lernten. Im Sommer 1956 stellte er seine Erkenntnisse anderen Wissenschaftlern vor. Der britische Mathematiker Alan Turing hatte sechs Jahre zuvor bereits den "Turing Test" entwickelt, der bestimmen kann, ob das Gegenüber ein Mensch ist oder eine Maschine, die sich als Mensch ausgibt.

Symbolbild Künstliche Intelligenz / © maxuser (shutterstock)
Symbolbild Künstliche Intelligenz / © maxuser ( shutterstock )
Quelle:
KNA