Vatikanstaat-Chefin Petrini fordert Regeln im Umgang mit KI

Künstliche Intelligenz nicht blind akzeptieren

Die Regierungschefin des Vatikanstaats spricht eine klare Warnung im Umgang mit KI aus. Raffaela Petrini fordert Regeln und mehr Bildung. Es müsse sicher gestellt werden, dass Technologie dem Menschen diene.

Raffaella Petrini (m.r.), Präsidentin des Governatorats des Vatikanstaates, begrüßt Papst Leo XIV. am 6. Juli 2025 in Castel Gandolfo. / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Raffaella Petrini (m.r.), Präsidentin des Governatorats des Vatikanstaates, begrüßt Papst Leo XIV. am 6. Juli 2025 in Castel Gandolfo. / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Die Regierungschefin des Vatikanstaats, Raffaella Petrini, warnt davor, Künstliche Intelligenz blind zu akzeptieren. Regierungen seien gefordert, den Einsatz von KI zu regulieren und Bildungseinrichtungen sollten Kompetenzen vermitteln, sagte sie den vatikanischen Medien am Mittwoch. Dazu gehöre auch der kritische und verantwortungsvolle Umgang eines jeden Einzelnen. 

Symbolbild Künstliche Intelligenz und Mensch / © Stock-Asso (shutterstock)
Symbolbild Künstliche Intelligenz und Mensch / © Stock-Asso ( shutterstock )

Die Ordensfrau und Sozialwissenschaftlerin sprach bei einer hochrangigen Konferenz über KI und die Zukunft der Arbeitswelt an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Für Petrini habe die KI eine "transformative Kraft", gleichzeitig aber bringe sie Risiken für die Arbeitswelt mit sich. Es gelte daher, Entscheidungen zu treffen, die sicherstellen, dass Technologie dem Menschen diene, so die Ordensfrau. Dies gelte besonders für die Arbeitswelt. Die Entwicklung von KI hänge ebenfalls von moralischen Entscheidungen ab.

Bewusste Gestaltung von Fortschritt

Mit Blick auf konkrete Auswirkungen der KI auf Arbeitsplätze verwies die Sozialwissenschaftlerin auf Studien der Internationalen Arbeitsorganisation, wonach Digitalisierung und Automatisierung die Sicherheit am Arbeitsplatz verbessern können. Die Veränderungen am Arbeitsmarkt würden neue Chancen schaffen, aber auch Formen der Ausgrenzung erzeugen. Deshalb sei ein verantwortungsvoller Einsatz unerlässlich.

Die Chefin des Vatikanstaats forderte in diesem Zusammenhang eine bewusste Gestaltung des technologischen Fortschritts. "Technologie ist dazu da, dem Menschen zu dienen, nicht ihn zu ersetzen", sagte Petrini und rief zu einer Allianz zwischen Mensch und Technologie auf. 

Was ist Künstliche Intelligenz?

Der Begriff Künstliche Intelligenz (KI) wurde vor mehr als 60 Jahren geprägt durch den US-Informatiker John McCarthy. Er stellte einen Antrag für ein Forschungsprojekt zu Maschinen, die Schach spielten, mathematische Probleme lösten und selbstständig lernten. Im Sommer 1956 stellte er seine Erkenntnisse anderen Wissenschaftlern vor. Der britische Mathematiker Alan Turing hatte sechs Jahre zuvor bereits den "Turing Test" entwickelt, der bestimmen kann, ob das Gegenüber ein Mensch ist oder eine Maschine, die sich als Mensch ausgibt.

Symbolbild Künstliche Intelligenz / © maxuser (shutterstock)
Symbolbild Künstliche Intelligenz / © maxuser ( shutterstock )
Quelle:
KNA