Papst Leo XIV. setzt das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ganz oben auf die Vatikan-Agenda. Dazu genehmigte er eine eigene KI-Kommission, an der sieben vatikanische Behörden und Institutionen beteiligt sind, wie es in einem am Samstag veröffentlichten sogenannten "Rescriptum" zur Einsetzung der "Interdikasterialen Kommission für Künstliche Intelligenz" heißt.
Geschaffen wurde sie angesichts der Entwicklung des Phänomens KI in den letzten Jahrzehnten, der jüngsten Beschleunigung seiner allgemeinen Anwendung und seiner potenziellen Auswirkungen auf den Menschen und die Menschheit als Ganzes, hieß es. Auch gehe es um die Sorge der Kirche um die Würde jedes Menschen.
Richtlinien für den Einsatz von KI
Ziel der koordinierenden Institution ist es, die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch der Mitglieder bei Aktivitäten und Projekten im Bereich der KI zu fördern, auch mit Blick auf Richtlinien für deren Einsatz beim Heiligen Stuhl, so der Vatikan. Koordiniert wird die Kommission zunächst für ein Jahr vom Präfekten der Vatikanbehörde für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, Kardinal Michael Czerny.
Neben Czernys Behörde entsenden die Dikasterien für die Glaubenslehre, für Kultur und Bildung sowie für Kommunikation Vertreter in das Gremium, ebenso wie die drei Päpstlichen Akademien für das Leben, der Wissenschaften und der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften. Papst Leo XIV. lässt in seinen Reden kaum eine Gelegenheit aus, um auf Chancen, vor allem aber auf Risiken der Künstlichen Intelligenz hinzuweisen. Es wird spekuliert, dass das Thema KI, eine umwälzende soziale Frage des 21. Jahrhunderts, Gegenstand seiner ersten Enzyklika sein könnte.