Papst Leo XIV. warnt vor dunklen Seiten von Sozialen Medien und KI

"Künstliche Intelligenz kritisch begleiten"

Nicht nur die Kriegspolitik der USA kritisiert Papst Leo XIV. derzeit oft. Auch die von US-Tech-Konzernen beherrschten Sozialen Medien und die KI nimmt er sich vor. Das hat er nun auch vor Studenten in Afrika getan.

Papst Leo XIV. spricht auf seiner Kamerun-Reise / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. spricht auf seiner Kamerun-Reise / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. hat eindringlich vor negativen Folgen Sozialer Medien und Künstlicher Intelligenz gewarnt. Vor Studierenden und Dozenten in Kameruns Hauptstadt Yaoundé sagte er am Freitag, in Afrika sehe man neben den faszinierenden Aspekten auch die dunkle Seite der digitalen Revolution. Dazu gehörten nicht nur die ökologischen und sozialen Schäden durch den Abbau von Rohstoffen und Seltenen Erden, so der Papst in der Katholischen Universität Zentralafrikas.

Er rief die Studierenden, die ihn begeistert feierten, dazu auf, Künstliche Intelligenz kritisch zu begleiten. Sie habe immer größeren Einfluss auf soziale und geistige Entwicklungen. Deshalb gelte es, sich eigene Freiheit und eigenes Denken zu bewahren, so der Papst in seiner auf Französisch gehaltenen Ansprache.

Machtmechanismen durch Bildung sichtbar machen

Dazu brauche es eine Bildung, die in der Lage sei, die wirtschaftlichen Mechanismen, die ihnen innewohnenden Vorurteile und die Formen der Macht" der künstlichen Intelligenz zu erkennen.

Manche digitalen Programme seien darauf ausgelegt, Menschen zu ersetzen oder zu manipulieren. Persönliche Begegnung solle als überflüssig erscheinen; die Verschiedenheit der Menschen aus Fleisch und Blut werde übergangen und die Beziehung auf eine funktionale Reaktion reduziert, beklagte Leo XIV.

Abgeschottet in der eigenen Blase

"Wenn die virtuelle Simulation zur Norm wird, verkümmert die menschliche Urteilsfähigkeit", mahnte der Papst. Damit drehten sich die Menschen immer stärker um sich selbst und verlören den Kontakt zur realen Welt. "Wir leben dann gleichsam innerhalb von Blasen, voneinander abgeschottet, wir fühlen uns von jedem bedroht, der anders ist, und wir verlernen die Begegnung und den Dialog."

So breiteten sich Polarisierung, Konflikte, Ängste und Gewalt aus. Am Ende verändere sich sogar die Beziehung zur Wahrheit, erklärte das Kirchenoberhaupt. In der Kritik des digitalen Zeitalters müsse die Katholische Universität eine führende Rolle übernehmen. Sie bilde Menschen, die über kritische Urteilsfähigkeit verfügten und die zur Liebe und zum Dienst bereit seien, unterstrich Papst Leo XIV.

Er äußerte sich am fünften Tag seines elftägigen Afrikabesuchs. Nach Stationen in Algerien und Kamerun wird Leo XIV. am Samstag in Angola erwartet. Viertes und letztes Ziel seiner bis 23. April dauernden Reise ist ab Dienstag Äquatorialguinea.

Live: Papst Leo XIV. in Afrika

Am 13. April beginnt Leo XIV. seine bisher längste Auslandsreise als Papst und besucht vier Länder in zehn Tagen: Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. DOMRADIO.DE überträgt alle wichtigen Stationen live in Kooperation und mit deutschem Kommentar von Vatican News.

Montag, 13. April

Rom – Algier

Quelle:
KNA