Jerusalemer Kirchenführer hält Schweigen gegenüber Gewalt für "Sünde"

Warum Wegsehen jetzt gefährlich wird

Wer Frieden will, darf Extremisten nicht das Feld überlassen: Das ist die Botschaft von Patriarch Pizzaballa bei einem "Friedensgipfel des Volkes" - und ein eindringlicher Appell an Politik und Gesellschaft.

Patriarch Pizzaballa hält Schweigen gegenüber Gewalt für eine Sünde. / © Mamoun Wazwaz (dpa)
Patriarch Pizzaballa hält Schweigen gegenüber Gewalt für eine Sünde. / © Mamoun Wazwaz ( dpa )

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, hat das Schweigen angesichts von Gewalt und Extremismus als Sünde verurteilt. Religionsführer müssten gemeinsam die Stimme für den Frieden erheben, forderte er am Donnerstag bei einem "Friedensgipfel des Volkes" in Tel Aviv. Die Veranstaltung wurde getragen von mehr als 80 Organisationen, die sich zu einem Bündnis unter dem Titel "It's Time" zusammengeschlossen haben.

Man dürfe Extremisten nicht die Deutungshoheit überlassen, so der italienische Ordensmann. Nicht Religion führe zu Krieg; vielmehr werde sie werde für die Rechtfertigung von Kriegen missbraucht.

Pizzaballa rief dazu auf, besonders mit der jungen Generation in einer Koalition von Politik, Religion, Kunst, Kultur und Sozialem für Frieden zu arbeiten. Jeder müsse seinen Baustein beitragen, "um das Gebäude wiederaufzubauen, das zerstört wurde", so der Kardinal.

Friedenswillige als "Quälgeister"

"Die nächste Generation kann nichts bewirken, wenn wir nicht jetzt damit anfangen", mahnte der Patriarch. Frieden zu schaffen, werde Zeit brauchen. Aber das Bündnis der Friedenswilligen, wenngleich zahlenmäßig nicht sehr stark, werde "ein Quälgeist" sein.

Quelle:
KNA