Deutsch-polnische Kontaktgruppe berät in Płock über Kirchenentwicklung

Vergleichbare pastorale Herausforderungen

Die deutsch-polnische Kontaktgruppe der Bischofskonferenzen hat sich im polnischen Płock getroffen. Themen waren Kirchenentwicklung, Migration, Finanzierung und die Förderung der Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Panoramasicht auf Plock in Polen / © Aliaksander Pakhuchy (shutterstock)
Panoramasicht auf Plock in Polen / © Aliaksander Pakhuchy ( shutterstock )

Die Kontaktgruppe der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz ist vom 28. bis 30. April 2026 zu ihrer jährlichen Sitzung in Płock zusammengekommen. Gastgeber war Bischof Szymon Stułkowski. An dem Treffen nahmen zudem die Co-Vorsitzenden, Erzbischof Stanisław Budzik (Lublin) und Bischof Bertram Meier (Augsburg), sowie Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz) und Bischof Tadeusz Lityński (Zielona Góra) teil.

Bertram Meier, Bischof von Augsburg / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Bertram Meier, Bischof von Augsburg / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Entwicklung der Kirche in beiden Ländern. Trotz unterschiedlicher historischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen wurden vergleichbare pastorale Herausforderungen benannt. Die deutschen Bischöfe stellten unter anderem Ergebnisse der sechsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung vor. Die polnischen Bischöfe berichteten über demografische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf katholische Bildungseinrichtungen sowie über die Arbeit mit Migranten, insbesondere aus der Ukraine. In beiden Ländern wurde zudem die Finanzierung kirchlicher Aufgaben als Herausforderung beschrieben.

Bischof Meier erklärte, der Austausch zwischen den Nachbarländern sei für beide Seiten hilfreich, da sich trotz unterschiedlicher Voraussetzungen ähnliche Entwicklungen zeigten.

Austausch zwischen Polen und Deutschland weiter fördern

Die Teilnehmer blickten außerdem auf gemeinsame Gedenkveranstaltungen im Jahr 2025 zurück. Dabei wurde unter anderem an den Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe von 1965 erinnert, der als wichtiger Schritt für Versöhnung und Frieden in Europa gilt. Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen sprachen sich die Bischöfe dafür aus, den Austausch zwischen Polen und Deutschland weiter zu fördern.

Panoramasicht auf Plock in Polen mit der Kathedrale Mariä Himmelfahrt / © Aliaksander Pakhuchy (shutterstock)
Panoramasicht auf Plock in Polen mit der Kathedrale Mariä Himmelfahrt / © Aliaksander Pakhuchy ( shutterstock )

Während ihres Aufenthalts in Płock besuchten die Bischöfe auch das Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes. Dort kamen sie mit Ordensschwestern der Kongregation der Muttergottes der Barmherzigkeit zusammen und erinnerten an die heilige Faustyna Kowalska. In dem Kloster hatte sie 1931 Visionen, die zur Verehrung des barmherzigen Christus und später zur Einführung des Barmherzigkeitssonntags durch Papst Johannes Paul II. führten.

Die Kontaktgruppe wurde in den 1990er Jahren nach dem Ende des Kommunismus in Europa gegründet. Sie dient dem Austausch zwischen den Bischofskonferenzen beider Länder und soll zur Verständigung und Versöhnung beitragen. Seit Mitte der 2000er Jahre liegt der Schwerpunkt zunehmend auf der Förderung gemeinsamer Initiativen und des gegenseitigen Verständnisses.

Versöhnung zwischen polnischen und deutschen Bischöfen

18. November 1965: Während des Zweiten Vatikanischen Konzils laden die polnischen Bischöfe ihre deutschen Amtsbrüder zur 1966 anstehenden 1.000-Jahr-Feier der Christianisierung Polens ein. Das Schreiben endet mit den Worten: "In diesem allerchristlichsten und zugleich sehr menschlichen Geist strecken wir unsere Hände zu Ihnen hin in den Bänken des zu Ende gehenden Konzils, gewähren Vergebung und bitten um Vergebung."

Deckblatt der Botschaft der polnischen Bischöfe 1965 (Historisches Archiv des Erzbistums Köln bzw. AEK, CR III 352)
Deckblatt der Botschaft der polnischen Bischöfe 1965 / ( )
Quelle:
DBK , DR

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