Die Kontaktgruppe der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz ist vom 28. bis 30. April 2026 zu ihrer jährlichen Sitzung in Płock zusammengekommen. Gastgeber war Bischof Szymon Stułkowski. An dem Treffen nahmen zudem die Co-Vorsitzenden, Erzbischof Stanisław Budzik (Lublin) und Bischof Bertram Meier (Augsburg), sowie Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz) und Bischof Tadeusz Lityński (Zielona Góra) teil.
Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Entwicklung der Kirche in beiden Ländern. Trotz unterschiedlicher historischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen wurden vergleichbare pastorale Herausforderungen benannt. Die deutschen Bischöfe stellten unter anderem Ergebnisse der sechsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung vor. Die polnischen Bischöfe berichteten über demografische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf katholische Bildungseinrichtungen sowie über die Arbeit mit Migranten, insbesondere aus der Ukraine. In beiden Ländern wurde zudem die Finanzierung kirchlicher Aufgaben als Herausforderung beschrieben.
Bischof Meier erklärte, der Austausch zwischen den Nachbarländern sei für beide Seiten hilfreich, da sich trotz unterschiedlicher Voraussetzungen ähnliche Entwicklungen zeigten.
Austausch zwischen Polen und Deutschland weiter fördern
Die Teilnehmer blickten außerdem auf gemeinsame Gedenkveranstaltungen im Jahr 2025 zurück. Dabei wurde unter anderem an den Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe von 1965 erinnert, der als wichtiger Schritt für Versöhnung und Frieden in Europa gilt. Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen sprachen sich die Bischöfe dafür aus, den Austausch zwischen Polen und Deutschland weiter zu fördern.
Während ihres Aufenthalts in Płock besuchten die Bischöfe auch das Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes. Dort kamen sie mit Ordensschwestern der Kongregation der Muttergottes der Barmherzigkeit zusammen und erinnerten an die heilige Faustyna Kowalska. In dem Kloster hatte sie 1931 Visionen, die zur Verehrung des barmherzigen Christus und später zur Einführung des Barmherzigkeitssonntags durch Papst Johannes Paul II. führten.
Die Kontaktgruppe wurde in den 1990er Jahren nach dem Ende des Kommunismus in Europa gegründet. Sie dient dem Austausch zwischen den Bischofskonferenzen beider Länder und soll zur Verständigung und Versöhnung beitragen. Seit Mitte der 2000er Jahre liegt der Schwerpunkt zunehmend auf der Förderung gemeinsamer Initiativen und des gegenseitigen Verständnisses.