Sie war Ordensfrau und fungiert als Anlassgeberin für den 29. April. An diesem Mittwoch ist das Fest der heiligen Katharina von Siena. Die Ordensfrau aus dem 14. Jahrhundert wird als Kirchenlehrerin und Patronin Europas besonders verehrt.
Seit fast dreißig Jahren begehen mehrere katholische Verbände wie der Katholische Deutsche Frauenbund an diesem Datum den "Tag der Diakonin" beziehungsweise den "Tag der Diakonin +plus".
"Frauen spüren ihre Berufung zum Diakonat sehr konkret und leben sie vielfach im Ehrenamt. Diese Berufung wird von ihrer Kirche jedoch nicht anerkannt, und anders als bei Männern nicht durch Ausbildung und Weihe gefördert.“ Das sagt Dr. Jutta Mader-Schömer, die Vorsitzende des Netzwerkes Diakonat der Frau.
Auch die oberste Laienvertretung in Deutschland, das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken, unterstützt die Forderung nach einer Öffnung der Weiheämter. Irme Stetter-Karp als Präsidentin sieht die Zeit reif dafür: "Frauen prägen die Kirche entscheidend mit. In der Ämterstruktur bleibt dieses Engagement jedoch unsichtbar. Das ist ein Unding – und war schon immer eines. Der Synodale Weg und die Weltsynode zeigen: Veränderung ist möglich."
Kirchenrecht ist eindeutig
Doch wie weit kann eine Veränderung gehen? Laut Kirchenrecht (Can. 1024) können nur getaufte Männer gültig die Weihe zum Diakon, Priester oder Bischof empfangen. Die Diakonenweihe war lange Zeit nur eine Art Durchgangsstation auf dem Weg zum Priester und erfuhr erst beim Zweiten Vatikanischen Konzil eine deutliche Aufwertung – bis hin zu Ständigen Diakonen, die verheiratet sind, die Weihe empfangen haben, aber keine Priester werden.
Den Vatikan beschäftigt das Thema Frauen und Weiheämter schon sehr lange – obwohl Papst Johannes Paul II. die Diskussion darüber eigentlich beenden wollte. Dazu veröffentlichte er 1994 das Apostolischen Schreiben "Ordinatio sacerdotalis". Kernargumentation ist, dass die katholische Kirche grundsätzlich keine Vollmacht habe, Frauen zu Priesterinnen zu weihen: "Zu diesen Gründen gehören: das in der Heiligen Schrift bezeugte Vorbild Christi, der nur Männer zu Aposteln wählte, die konstante Praxis der Kirche, die in der ausschließlichen Wahl von Männern Christus nachahmte, und ihr lebendiges Lehramt, das beharrlich daran festhält, dass der Ausschluss von Frauen vom Priesteramt in Übereinstimmung steht mit Gottes Plan für seine Kirche".
Neben diesem Verweis auf die Bibel und dass es keine Tradition von geweihten Priesterinnen in der Katholischen Kirche gibt, kommt auch nicht selten der eher praktische Hinweis, dass eine solche Entscheidung für Frauen als Priesterinnen ein großes Potenzial für eine Spaltung der Katholischen Kirche zwischen Befürwortern und Gegnern habe.
Wie sah das Diakonenamt in der frühen Kirche aus?
Beim Thema Diakonat sieht die Situation etwas anders aus, bleibt aber theologisch nicht unheikel, weil das Diakonat zusammen mit dem Priester- und Bischofsamt zum dreigliedrigen Weihesakrament gehört. Wenn man Frauen zum Diakonat zuließe, müsste man sie dann nicht in Konsequenz auch zum Priester- und Bischofsamt zulassen?
Nicht unbedingt, sagt der langjährige deutsche Kurienkardinal und frühere Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Walter Kardinal Kasper. "Zwischen Diakonat und den beiden anderen Weiheämtern besteht insofern ein wesentlicher Unterschied, als der Diakonat nicht wie die beiden anderen Weiheämter Christus als Haupt der Kirche repräsentiert", sagte der frühere Dogmatik-Professor im Interview der Düsseldorfer "Rheinischen Post" im Juni 2025. Es gebe also keine Sorge, dass "die Öffnung für Frauen aus dem Ruder laufen" könne.
Neben solchen Überlegungen gibt es allerdings noch einige offene Fragen, welche Aufgaben genau Diakone in der frühen Kirche übernommen haben. Die US-Theologin Prof. Dr. Phyllis Zagano hat viel zum Diakonenamt geforscht. Sie sieht eine nicht eindeutige Forschungslage, spricht sich aber prinzipiell für die Weihe von Frauen zu Diakonen aus: "Wenn mich Leute fragen, ob Frauen in der Urkirche geweiht wurden, sage ich: Ja und Nein. Wir können nicht beweisen, dass alle Frauen, die diakonische Arbeit geleistet haben, geweiht wurden. Wir können aber auch nicht sagen, dass keine Frau geweiht wurde. Ich kenne die Namen von drei Bischöfen, die in der frühen Kirche Frauen zu Diakoninnen geweiht haben. Wir wissen, dass die Liturgien für die Weihe damals für Frauen und Männer unterschiedliche Formulierungen verwendet haben.“ Die internationale Expertin für die Forschung zu Diakoninnen (Hofstra University in Hempstead, New York) sagt, dass mehr als 1000 Jahre lang Frauen je nach Sprache als Diakoninnen oder Diakonissen gedient hätten.
Hinter dem griechischen Wort "Diakonos" steht das Wort Dienen und es betraf sehr unterschiedliche Tätigkeiten in den ersten Jahrhunderten der Kirche: "Die Aufgaben der weiblichen Diakone waren damals viel weiter gefasst als die der Männer. Männliche Diakone haben keine sakramentalen Dienste an kranken Frauen ausgeübt. Sie haben keine weiblichen Kinder getauft, keinen Katechumenatendienst geleistet.“
Wenn schon in der Urkirche, also der frühen Kirche der ersten Jahrhunderte nach Christi Geburt, die Aufgaben und sogar die Bezeichnungen des Diakonenamtes so unterschiedlich waren, könnte dann nicht heute eine Art neues Diakonenamt für Frauen geschaffen werden? Auch diese Überlegungen sind nicht neu, stoßen aber immer wieder schnell auf Kritik. 2021 hatte der Augsburger Bischof Meier in einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" über ein solches Amt nachgedacht, ohne zu erläutern, ob es eine Weihe oder nur eine Beauftragung oder Ähnliches umfasse.
Der Dogmatik-Professor Helmut Hoping von der Universität Freiburg sah darin vor allem Schwierigkeiten: Man müsse die Frage stellen, wo das Plus gegenüber anderen Diensten wie den Pastoral- oder Gemeindereferentinnen liege: "Und wenn sie am Ende identisch sind mit denen geweihter Diakone, sei es im Bereich der Liturgie, der Verkündigung oder der Diakonie, ist das eine Mogelpackung".
Diverse Untersuchungen zu Diakoninnen in der Spätantike
Neben Überlegungen zur Gegenwart des Diakonenamtes, gab es immer wieder Untersuchungen, wie Frauen und Männer in der Vergangenheit das Amt ausfüllten. Papst Franziskus ließ die Thematik zweimal untersuchen. Er berief 2016 eine Kommission, die das Diakonat in der Urkirche beleuchten sollte. Nach Aussage von Franziskus kam sie im Mai 2019 zu keinem einhelligen Ergebnis.
Eine weitere zehnköpfige Studienkommission nahm ihre Arbeit 2020 auf. Bei der Weltsynode hatte Franziskus das Thema ausgeklammert. Im Dezember 2025 wurde der Abschlussbericht der Studienkommission veröffentlicht, der wieder kein klares Ergebnis hervorbrachte. Schon wenige Monate zuvor hatte der Nachfolger von Papst Franziskus, Papst Leo, den bisherigen Kurs des Lehramtes bekräftigt. Er wolle Frauen in kirchliche Spitzenfunktionen befördern – eine Weihe von Diakoninnen lehne er jedoch derzeit ab. Er habe auch hier nicht die Absicht, die Lehre der Kirche zu ändern. Das sagte Leo in einem ausführlichen Interview im September 2025.
Ist die Tür für eine Diakonen-Weihe für Frauen nun auf oder zu? Der Abschlussbericht im päpstlichen Auftrag 2025 vermeidet eine klare Antwort. Eine bloß historische Klärung der Frage, welche Form des Diakonats es in der frühen Kirche gab, liefere "keine definitive Sicherheit" für künftige Entscheidungen. Deshalb bleibe die Frage der Diakoninnenweihe "offen für weitere theologische und pastorale Vertiefungen". Die Entscheidung müsse auf Ebene des Lehramtes fallen. Damit liegt die Entscheidung wenig überraschend letztlich beim Papst. Setzt Leo XIV. seinen bisherigen auf Ausgleich bedachten Kurs fort, wird er wie bislang die Förderung von Frauen innerhalb der Kirche weiter kräftig unterstützen – eine Zulassung zu einem Weiheamt wird dies allerdings wohl auch mittelfristig nicht bedeuten.